Ukraine-Krieg: Agrar-Exporte aus der Ukraine stocken
Das Getreideabkommen würde aktuell kurz vor dem Jahrestag des Kriegsbeginns auslaufen.
Foto: dpaBerlin. Die Lebensmittelexporte aus der Ukraine geraten erneut ins Stocken. Kiew wirft Russland vor, die Ausfuhren massiv zu blockieren. „Es stauen sich mehr als 100 Getreidefrachtschiffe im Bosporus, weil russische Beamte die vereinbarten Inspektionen der Schiffe bewusst verschleppen“, sagte der ukrainische Agrarminister Mykola Solskyj dem Handelsblatt. Und das trotz der internationalen Vereinbarung, die den Exportkorridor über das Schwarze Meer frei halten sollte.
Auch die in Kiew ansässige European Business Association, ein Wirtschaftsverband in der Ukraine tätiger europäischer Unternehmen, schlägt Alarm und hat sich deshalb an UN-Generalsekretär António Guterres und den türkischen Beauftragten Yagmur Ahmet Güldere gewandt: Die Zahl der Inspektionen von Getreidefrachtern in Istanbul sei dramatisch gesunken, es komme zu Verzögerungen von mehreren Wochen für die Schiffe.
Der Grund sei, so Eba-Sprecherin Oksana Myronko, dass russische Inspektoren seit Anfang Januar pro Tag nur noch zwei bis drei Schiffe durchsuchten, während davor Inspektionen fast in zweistelliger Anzahl täglich durchgeführt worden sein. Nötig seien jetzt wegen des Andrangs von Frachtern, die Getreide aus der Ukraine holen, 25 Kontrollen am Tag, so Myronko.