USA: Bidens Wirtschaft boomt, doch ein Trump-Sieg wird wahrscheinlicher
New York, Washington. Die Börsen eilen von Rekord zu Rekord, die Löhne steigen, die Inflation sinkt: Im Vergleich zu anderen Industrienationen stehen die USA wirtschaftlich blendend da. Trotzdem sehnen sich viele US-Bürger nach einem Machtwechsel in Washington. Fünf Monate vor der Wahl hat US-Präsident Joe Biden in Umfragen einen Rückstand auf seinen Vorgänger und Herausforderer Donald Trump.
Wirtschaftsvertreter beginnen sich mit einer Rückkehr des „America first“-Politikers ins Weiße Haus zu arrangieren, darunter auch Manager aus Europa. „Wir bereiten uns als Unternehmen auf eine zweite Trump-Amtszeit vor“, bestätigte zuletzt der Vorstandsvorsitzende des Kettensägenherstellers Stihl, Michael Traub. So prüfe sein Unternehmen, die Produktion noch stärker in die USA zu verlegen. Denn Trump droht damit, die Einfuhrzölle drastisch zu erhöhen.
Wichtiger Grund für die Wechselstimmung ist, dass die guten Wirtschaftsdaten die Alltagserfahrungen der Amerikaner nicht widerspiegeln. „Dass die Börse boomt, interessiert den Durchschnittsbürger im Alltag wenig“, sagt der demokratische Stratege Elie Jacobs. „Viele der industriepolitischen Subventionen, die unter Biden verabschiedet wurden, entfalten ihre Wirkung erst in Jahren oder Jahrzehnten.“