USA: Kalifornien erlebt den Corona-Albtraum
Als erster Gouverneur hatte Gavin Newsom am 19. März ein Ausgangsverbot verhängt.
Foto: APSan Francisco. Die Vereinigten Staaten stecken im Würgegriff der Corona-Pandemie fest. Mehr als drei Millionen Amerikaner sind inzwischen an dem Virus erkrankt und mehr als 133.000 ihm erlegen. Während die ersten Epizentren an der Ostküste schrittchenweise in die Normalität zurückfinden, sind neue Brandherde in Florida, Texas, Arizona und Kalifornien ausgebrochen.
Von einer zweiten Infektionswelle kann dabei keine Rede sein; vielmehr von einer immer schlimmer werdenden ersten Welle. Bemerkenswert sind die Entwicklungen vor allem in Kalifornien. Inzwischen verzeichnet der bevölkerungsreichste Gliedstaat, in dem zwölf Prozent der Amerikaner leben, mehr als 15 Prozent der landesweiten Infektionsfälle mit zeitweise mehr als 9000 Neuinfektionen pro Tag. Auch die Spitaleinweisungen sind innerhalb von zwei Wochen um 50 Prozent gestiegen.
Dabei galt der „Golden State“ bisher als Musterschüler im Kampf gegen das Coronavirus: Als erster Gouverneur hatte Gavin Newsom am 19. März ein Ausgangsverbot verhängt. Er stellte mehr als 10.000 Contact-Tracer ein, beschaffte medizinische Ausrüstung und ermöglichte flächendeckende Tests. Die Maßnahmen zeigten Erfolg: Mitte April waren weniger als 1000 Kalifornier an den Folgen des Virus gestorben, im Vergleich zu 12.000 New Yorkern. Selbstbewusst schickte Kalifornien Tausende Beatmungsgeräte an die Ostküste.