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Verarbeitendes Gewerbe Chinas Industrie wächst so schnell wie seit drei Jahren nicht

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Volksrepublik ist im November gestiegen. Auch der Dienstleistungssektor legte zu.
30.11.2020 Update: 30.11.2020 - 09:13 Uhr Kommentieren
Die chinesische Industrie erholt sich von der Corona-Pandemie. Quelle: dpa
Autozulieferer in Shijiazhuang

Die chinesische Industrie erholt sich von der Corona-Pandemie.

(Foto: dpa)

Peking Die chinesische Industrie ist ungeachtet der zweiten Corona-Welle bei wichtigen Handelspartnern auf dem Weg zu alter Stärke: Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im November auf den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Er kletterte um 0,7 auf 52,1 Punkte, wie das Statistikamt am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte.

Ökonomen hatten lediglich einen Mini-Anstieg auf 51,5 Zähler erwartet. Das Barometer signalisiert bereits ab 50 ein Wachstum. Die Dienstleister meldeten bereits den neunten Monat in Folge bessere Geschäfte: Deren Einkaufsmanagerindex stieg um 0,2 auf 56,4 Punkte.

„Insbesondere die Exporte tragen derzeit zu der guten Konjunktur bei“, hieß es in einer Analyse der beiden Commerzbank-Ökonomen Hao Zhou und Marco Wagner zum Abschneiden der Industrie. „Anekdotische Nachrichten deuten darauf, dass die chinesischen Exporteure gute Weihnachtsbestellungen erhalten haben.“

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt profitiere davon, dass die Corona-Pandemie im Land eingedämmt wurde. Die chinesische Wirtschaft funktioniere reibungslos, „während viele Konkurrenten noch immer im Lockdown-Modus sind“.

Chinas Wirtschaft wächst auch 2020

Die Umfragedaten deuten auf eine Wachstumsbeschleunigung im laufenden vierten Quartal hin. Analysten des Finanzhauses Nomura erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum wächst. Im Sommerquartal lag das Plus bei 4,9 Prozent.

2020 insgesamt dürfte die chinesische Wirtschaft um etwa zwei Prozent zulegen, was das schwächste Wachstum seit mehr als drei Jahrzehnten wäre. In großen Industriestaaten wie den USA, Deutschland oder Großbritannien dürfte das Bruttoinlandsprodukt dagegen merklich fallen.

Der chinesische Arbeitsmarkt entwickelt sich jedoch schwächer als erwartet, da sich viele Unternehmen mit Neueinstellungen noch zurückhalten. „Auch die chinesischen Behörden räumten ein, dass die frischgebackenen Hochschulabsolventen mit einem schwierigen Arbeitsmarkt konfrontiert sind, was die Wirtschaftsaussichten eher trübt“, hieß es bei der Commerzbank.

Mehr: Was die neue asiatische Freihandelszone für deutsche Unternehmen bedeutet.

  • rtr
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