Wahl in Polen: Rechtskonservativer Nawrocki wird neuer Präsident
Warschau, Düsseldorf. Der rechtskonservative Kandidat Karol Nawrocki hat die Präsidentenwahl in Polen knapp für sich entschieden. Mit 50,89 Prozent der Stimmen ging er am Montagmorgen als Sieger aus der Stichwahl um das Amt hervor. Erste Hochrechnungen hatten am Sonntagabend zunächst auf einen Sieg seines Konkurrenten Rafal Trzaskowskis hingedeutet.
Das Ergebnis verdeutlicht zum einen die tiefe politische Spaltung Polens, zum anderen hat es große Auswirkungen auf Europa. Denn der Sieg des 42-jährigen EU-Skeptikers lässt Veränderungen am außen- und innenpolitischen Kurs des Nachbarlands erwarten, das in der Europäischen Union und im Verteidigungsbündnis Nato eine wichtige Rolle spielt.
Der Historiker Nawrocki ist politisch unerfahren, er erlangte Bekanntheit durch medienwirksame Aktionen als Direktor des Instituts für Nationales Gedenken (IPN), das ein nationalistisches Geschichtsbild vertritt. Früher war er außerdem Boxer und aktives Mitglied der Hooliganszene. Zugleich betont er immer wieder seine Nähe zur katholischen Kirche.
Damit ist Nawrocki das politische Gegenteil seines Konkurrenten in der Stichwahl, dem proeuropäisch eingestellten Warschauer Oberbürgermeister Trzaskowski. Dieser kam auf 49,11 Prozent der Stimmen. Nach seiner Niederlage gratulierte Trzaskowski seinem Rivalen und rief ihn zugleich zur Besonnenheit auf. „Dieser Sieg verpflichtet, besonders in solch schwierigen Zeiten und bei so einem fast gleichen Ergebnis. Daran sollten Sie sich erinnern“, schrieb Trzaskowski auf X.