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AußenhandelChina exportiert wieder mehr – fürchtet aber den Trump-Effekt

Bislang stützt der Außenhandel Chinas Wirtschaft in konjunkturell schwierigen Zeiten. Macht der künftige US-Präsident seine Zolldrohungen wahr, dürfte sich das aber ändern.Martin Benninghoff 07.11.2024 - 06:55 Uhr Artikel anhören
Kennen sich noch aus früheren Zeiten: Xi Jinping und Donald Trump. Foto: dpa

Shanghai. Die chinesischen Exporte sind im Oktober so stark gestiegen wie seit mehr als zwei Jahren nicht. Die Ausfuhren der Volksrepublik erhöhten sich demnach – in US-Dollar gerechnet – um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importe fielen indes schwächer aus als erwartet und gingen um 2,3 Prozent zurück, teilte Chinas Zollbehörde am Donnerstag mit.

Der Handelsüberschuss im Oktober belief sich damit auf 95,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Anstieg der Exporte von etwa fünf Prozent gerechnet.

Chinas Handel mit dem Ausland ist grundsätzlich eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Im September kam es allerdings zu einer Verlangsamung des Exportwachstums. Gemäß den Zahlen von Oktober war das aber nur eine kleine Delle. Stattdessen sorgen Chinas Ausfuhren wieder für ein Wachstum, das das Land in seiner schwierigen konjunkturellen Lage gut gebrauchen kann.

Die schwachen Importdaten weisen derweil auf den reduzierten Binnenkonsum der Chinesen hin. Vor allem die Krise im Immobiliensektor trägt dazu bei. Premierminister Li Qiang hatte am Dienstag in Shanghai bekräftigt, dass China trotzdem am Wachstumsziel von fünf Prozent für dieses Jahr festhalte.

Weil die Regierung mehrere politische Maßnahmen angekündigt hat, um die Konjunktur zu stützen, hat sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft zuletzt wieder etwas aufgehellt. In dieser Woche tagt der Nationale Volkskongress in Peking. Erwartet wird, dass Chinas Scheinparlament die konjunkturellen Hilfen absegnet und dass die Staatsführung dann auch öffentlich konkrete Summen nennt.

Die Ausweitung der chinesischen Exporte trägt jedoch auch dazu bei, dass sich Handelskonflikte mit den USA, mit Europa und mit Südamerika zuletzt verstärkt haben. Immer mehr Länder versuchen, mit Zollschranken den Zustrom billiger Waren aus chinesischer Produktion zu begrenzen, etwa von Elektroautos oder Stahl.

2023 lieferten chinesische Unternehmen Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar in die USA, was 15 Prozent des Wertes aller chinesischen Exporte ausmacht.

Sorge vor verschärftem Handelskonflikt

Beobachter befürchten, dass die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus diese Konflikte verschärfen könnte. Der ehemalige und künftige US-Präsident hat damit gedroht, chinesische Waren mit Zöllen in Höhe von bis zu 60 Prozent zu verteuern.

Schon in seiner ersten Amtszeit führte Trump hohe Strafzölle gegen China ein und initiierte dadurch einen Handelskrieg und erhebliche geopolitische Spannungen. In dieser Woche hat der Republikaner hat die Präsidentschaftswahl gegen die demokratische Mitbewerberin Kamala Harris überraschend deutlich gewonnen.

Chinas Präsident Xi Jinping gratulierte Trump laut Staatsmedien zur Wiederwahl – und warnte die USA zugleich vor einer konfrontativen Politik. Die Geschichte habe gezeigt, dass die Volksrepublik und die USA von Kooperation profitierten, während Streit beiden schade, sagte Xi laut Chinas Medien.

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Eine stabile Beziehung zwischen Peking und Washington sei auch die Erwartung der internationalen Gemeinschaft, so Xi weiter. China hoffe, dass Meinungsverschiedenheiten „angemessen gehandhabt“ würden und ein „korrekter“ Umgang miteinander gepflegt werde. Laut dem US-Sender CNN sollen Xi und Trump miteinander telefoniert haben, bestätigt ist das aber nicht.

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