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InsolvenzFirmenpleiten in Deutschland steigen – bleiben aber auf niedrigem Niveau

Die Zahl der insolventen Personen und Unternehmen soll auch in den kommenden Monaten gering bleiben. Die Nachwirkungen der Pandemie sollen aber weiterhin spürbar bleiben. 10.02.2022 - 09:48 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt.

Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Wiesbaden. Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im November auf immer noch niedrigem Niveau erstmals seit September 2019 wieder gestiegen. In dem Monat meldeten die Amtsgerichte 1094 beantragte Unternehmensinsolvenzen.

Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag 4,6 Prozent mehr als im November 2020. Im Vergleich zum November 2019, also vor der Coronakrise, war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen unterdessen um 22,6 Prozent niedriger, wie die Wiesbadener Behörde mitteilte.

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen sank im Januar hingegen um 17,2 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Dezember hatte es noch ein Plus von 18 Prozent gegeben. Die vorläufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren gibt frühe Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen.

Auf Jahressicht verhinderten Hilfsmilliarden und Ausnahmeregelungen eine Welle an Firmenpleiten in Deutschland. Von Januar bis einschließlich November 2021 beantragten 12 832 Unternehmen Insolvenz und damit 12,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder in vollem Umfang. Ausnahmen gab es noch bis 31. Januar 2022 für Betriebe, die im vergangenen Sommer Schäden durch Starkregen oder Überflutungen erlitten hatten.

Im laufenden Jahr rechnen Experten wieder mit mehr Firmenpleiten, denn viele Unternehmen haben die Folgen der Pandemie noch nicht verdaut. In den vorläufigen Zahlen des Bundesamtes deutet sich bisher jedoch kein Anstieg an: Die beantragten Regelinsolvenzverfahren gingen von Dezember 2021 auf Januar 2022 um 17,2 Prozent zurück.

„Die Zahl an insolventen Personen- und Kapitalgesellschaften wird auch in den nächsten Monaten niedrig sein“, prognostizierte Steffen Müller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in dieser Woche. „Die Nachwirkungen der Pandemie werden sich vollumfänglich erst nach Auslaufen der großzügigen Kurzarbeitergeld-Regelungen in den Insolvenzzahlen zeigen. Mit massiven Jobverlusten ist aber auch dann nicht mehr zu rechnen.“

dpa, rtr
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