Konjunktur: Weshalb selbst aus dem erhofften Mini-Wachstum nichts wird
Berlin. Auch 2024 wird nicht das Jahr, in dem die deutsche Wirtschaft endlich aus der Krise kommt. Dabei war die Hoffnung bis vor Kurzem noch groß, dass nach der Schrumpfung im vergangenen Jahr in diesem Jahr alles besser wird.
Falsch gehofft. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wird am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts verkünden, dass die Regierung für 2024 bloß noch ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Habeck nannte das „dramatisch“, Finanzminister Christian Lindner (FDP) „peinlich“.
Dabei hatten die führenden Institute im Herbst noch mit ein bis zwei Prozent Wachstum gerechnet. Und auch im Winter lagen die Prognosen immerhin bei 0,7 bis 0,9 Prozent. Was ist innerhalb weniger Wochen derart schiefgelaufen?
Habeck betont, Kriege und geopolitische Krisen träfen weiter vor allem die deutsche Wirtschaft. Doch Experten widersprechen. „Das außenwirtschaftliche Umfeld hat sich recht stabil gezeigt“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).
Vielmehr haben sich die konjunkturellen Probleme im Inland deutlich verstärkt – was nicht zuletzt die Politik mit verschuldet hat. Die schwache Aussicht für 2024 folgt vor allem aus dem miserablen Start ins Jahr.