Konjunktur: Energiekrise schafft Zweiteilung deutscher Industrie
„Die Zweiteilung wird sich noch einige Zeit fortsetzen“, so Konjunkturforscher Robin Jessen.
Foto: obsBerlin. Allen Untergangsszenarien zum Trotz ist die Produktion der deutschen Industrie im Oktober bloß um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das zeigen vorläufige Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch veröffentlichte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Industrieproduktion sogar um 0,8 Prozent.
Damit kristallisiert sich zunehmend eine Zweiteilung der deutschen Industrie heraus. Die hohen Preise für Gas und Strom belasten die Unternehmen, aber eben nicht alle. Der Fahrzeugbau etwa hat im Oktober um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, die Pharmabranche produzierte neun Prozent mehr.
Energieintensive Branchen wie Metall, Chemie oder Papier fahren ihren Betrieb hingegen deutlich weiter zurück als die Wirtschaft insgesamt. „Diese Zweiteilung wird sich noch einige Zeit fortsetzen“, erwartet Robin Jessen, Konjunkturforscher am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.
Die energieintensive Industrie verringerte ihre Produktion im Oktober um 3,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das mag nicht nach allzu viel klingen, was aber daran liegt, dass in den genannten Branchen im September schon ein deutlicher Rückgang zu sehen war.