1. Startseite
  2. Politik
  3. Studie aus Oxford: Lässt eine Coronavirus-Infektion das Gehirn schrumpfen?

Long CovidOxford-Studie: Ein Corona-Infekt kann offenbar Gehirn schrumpfen lassen

Bisher ist nur wenig über Long Covid und seine Ursachen bekannt. Eine neue Studie aus Oxford weist nun auf Gehirnschäden durch eine Coronavirus-Infektion hin. 11.03.2022 - 15:34 Uhr Artikel anhören

Eine Studie aus Oxford zeigt, dass eine Coronainfektion Auswirkungen auf die Größe des Gehirns haben kann. (Foto: Imago)

Foto: Handelsblatt

Der Tag, an dem in Deutschland ein großer Teil der Corona-Maßnahmen fallen soll, rückt immer näher. Doch vor allem Long Covid-Patienten müssen auch nach dem 20. März 2022 weiter mit dem Coronavirus und seinen Folgen kämpfen.

Eine Studie der Universität Oxford weist nun darauf hin, dass eine Infektion mit dem Coronavirus negative Auswirkungen auf geistige Funktionen haben kann. Demnach kann selbst ein milder Infektionsverlauf das Gehirn schädigen und kognitives Denken beeinflussen.

Long Covid: Schrumpft das Coronavirus das Gehirn?

Laut der in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie, kann eine Corona-Infektion das Gehirn schrumpfen lassen. Den britischen Forschern zufolge kann sie die graue Substanz in den Regionen verringern, die Gefühle und Gedächtnis steuern. Zudem kann eine Infektion nach Studien-Angaben die Hirnbereiche schädigen, die den Geruchssinn kontrollieren.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Gehirnveränderungen von 785 Probanden im Alter von 51 bis 81 Jahren. Sie scannten dazu die Gehirne der Teilnehmer zweimal.

Unter den Teilnehmern waren 401 Menschen, die zwischen den beiden Scans am Coronavirus erkrankten. Der zweite Scan erfolgte im Schnitt 141 Tage nach dem ersten Scan.

Auch Personen mit milden Verläufen betroffen

Diese negativen Effekte konnten die Forscher laut Studie auch bei Menschen beobachten, die wegen ihrer Infektion nicht ins Krankenhaus mussten. Ob die Schäden teilweise rückgängig gemacht werden können oder ob sie langfristig bestehen bleiben, müsse weiter erforscht werden. „Es gibt starke Hinweise auf hirnbezogene Anomalien bei Covid-19“, erklärten die Wissenschaftler.
[--]Element_LARGE[--]

Selbst in leichten Fällen zeigten die Studienteilnehmer eine Verschlechterung der Hirnfunktionen, die für Konzentration und Organisation zuständig sind. Im Schnitt schrumpfte die Gehirngröße zwischen 0,2 und zwei Prozent. Das entspricht etwa einem Jahrzehnt normalen Alterns bei gesunden Personen.

Coronavirus hat Einfluss auf zentrales Nervensystem

Bei älteren infizierten Studienteilnehmern waren die Effekte stärker ausgeprägt. Die Ergebnisse zeigen der Studie zufolge eindeutig, dass eine Infektion das zentrale Nervensystem beeinträchtigen kann.

Weitere Forschung sei jedoch erforderlich, um zu untersuchen, ob das Coronavirus die weltweite Belastung durch Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen verschlimmern könnte.

Verwandte Themen
Coronavirus
Medizin

Welche Rolle spielt die Corona-Impfung?

Die Studie fand zu einer Zeit statt, in der noch die Alpha-Variante in Großbritannien dominierte. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sie auch Personen umfasst, die mit der Delta-Variante infiziert waren.

Offen ließen die Forscher, ob eine Corona-Impfung irgendeinen Einfluss hatte. Die britische Gesundheitsbehörde hatte allerdings im vergangenen Monat erklärt, dass Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften nur etwa halb so oft unter Long Covid leiden. Diese Aussage basiert auf einer Auswertung von 15 Studien.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt