E-Autos: So fährt der EX90 im Handelsblatt-Test auf der Langstrecke
Düsseldorf. Hakan Samuelsson ist sehr zufrieden mit dem EX90. Das ist aber auch sein Job. Seit ein paar Monaten leitet der Schwede wieder die Geschicke der Marke Volvo. Diesen Sommer habe er viel Zeit mit dem neuen Modell verbracht, erklärte Samuelsson zuletzt in einem Beitrag auf LinkedIn. Mit den jüngsten Updates sei das eine fantastische Erfahrung gewesen. Der EX90 sei „der beste Volvo aller Zeiten“.
Dass der Volvo-Chef in seinem recht überschwänglichen Lob die Updates erwähnt, ist kein Zufall. Softwareprobleme hatten die Premiere des neuen Schweden-Flaggschiffs monatelang verzögert. Die einflussreiche US-Verbraucherorganisation Consumer Reports ließ in ihrem ersten Test kaum ein gutes Haar am größten Elektro-Volvo. „Unfertig“ sei das Auto, es habe eine „außergewöhnliche Anzahl von Problemen für ein Fahrzeug, das angeblich serienreif ist“. Volvo versprach Abhilfe durch Updates.
Die harsche Kritik trifft Volvo in einem wichtigen Markt. Gebaut wird der EX90 schließlich in Charleston, Carolina. Das freut nicht nur US-Präsident Donald Trump: Künftig kann das Modell zollfrei nach Europa exportiert werden. Im Grunde könnte der EX90 also einer der Gewinner der jüngsten Handelskonflikte sein – wären da nicht die Software-Zicken.
Wir haben es dem Volvo-Chef gleichgetan, diesen Sommer viel Zeit mit dem neuen Elektro-SUV verbracht – und das neue Flaggschiff auf die Langstrecke nach Italien geschickt. Und so viel sei vorweggenommen: Unser Fazit fällt eher durchwachsen aus.