Rolex, Omega und Co.: Wie Profis eine Luxusuhr als Fälschung entlarven
Dresden. Am Anfang, sagt Uhrmacher Robert, habe er nicht mit vielen Fällen gerechnet. Robert, kurze Hose unterm weißen Uhrmacherkittel, Baseballcappy, steht an seinem Uhrmachertisch im Obergeschoss eines schnöden Gewerbegebäudes in Wilsdruff westlich von Dresden. Doch statt vielleicht einer Luxusuhr im Monat seien im Verlauf der vergangenen Monate bei ihm und seinem Kollegen Markus bisweilen mehrere pro Woche auffällig gewesen.
Markus und Robert prüfen mechanische Luxusuhren auf ihre Echtheit. Sie tun das bei Chrono24, einer Plattform für gebrauchte mehrheitlich mechanische Uhren. Rolex, Omega, Patek Philippe, Audemars Piguet – die großen Marken beim Juwelier bestimmen auch das Angebot im Secondhandmarkt. Eigentlich nur Rolex. „Rund 80 Prozent der Uhren, die wir untersuchen, sind Rolex“, sagt Robert, hinter ihm ist ein Bücherregal mit Bildbänden, in denen Rolexmodelle detailgenau gezeigt und beschrieben sind.
Die Details sind wichtig. Eine schlicht vollständig gefälschte Uhr erkennen die Profis rasch, das ist die Ausnahme. Die Regel sind bewusst oder unbewusst veränderte Uhren, an denen einiges so ist, wie der Verkäufer vorgibt, anderes nicht. Das herauszufinden ist die Aufgabe.