Klimaschutz: Gletscher mit Geo-Engineering schützen – wahnsinnig oder genial?
Düsseldorf. Der Thwaites-Gletscher liegt weit entlegen in der Westantarktis und ist fast so groß wie Mexiko. Als „Weltuntergangsgletscher“ hat er einige Berühmtheit erlangt. Das Eis des Gletschers schmilzt und wird immer brüchiger. Schon heute trägt der Gletscher rund vier Prozent pro Jahr zum Meeresspiegelanstieg bei.
Ein Abrutschen des Gletschers hätte katastrophale Auswirkungen, der Meeresspiegel würde auf einen Schlag um 65 Zentimeter ansteigen – Städte wie New York, London oder Hamburg kämen in ernste Schwierigkeiten. Noch schlimmer: In der Folge könnten weitere Eismassen in der Umgebung ins Meer abgleiten. Das würde im Laufe der kommenden Jahrhunderte einen zusätzlichen Meeresspiegelanstieg um bis zu drei Meter verursachen.
„Thwaites hält sich wirklich nur noch mit den Fingernägeln fest“, sagte Robert Larter, Meeresgeophysiker der British Antarctic Survey, des Polarforschungsprogramms des Vereinigten Königreichs, nachdem er mit Kollegen 2022 eine Studie zum Gletscher veröffentlichte. Die dringliche Lage ruft immer mehr Wissenschaftler auf den Plan.
Einige von ihnen beschäftigen sich mit dem sogenannten polaren Geo-Engineering, also mit technisch-mechanischen Mitteln, um das Abschmelzen oder Abrutschen von Eis zu verhindern.