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Bose QuietControl im TestDer Spion, der aus den Ohren kam

Ausprobiert: Die kabellosen InEar-Kopfhörer QuietControl von Bose machen im Büro und auf Reisen eine gute Figur. Doch belauscht das Gadget seine Hörer? Eine Klage sorgte für Unruhe. Wir haben das Gerät für Sie abgehört.Carina Kontio 28.06.2017 - 06:38 Uhr Artikel anhören

Der Klang ist - wie man das bei Bose nicht anders erwarten kann - spitzenmäßig. Der Preis ambitioniert: 299,99 Euro.
(Foto: Bose)

Foto: Handelsblatt

Bonn. Der Edelkopfhörer-Hersteller Bose hatte neulich ganz schön schlechte Presse. Der Grund: Die hauseigene Connect-App, die das Verbinden von und Wechseln zwischen mehreren Bluetooth-fähigen Geräten einfacher macht, soll Daten über abgespielte Musik, Podcasts und mehr an Dritte weitergegeben haben. Ein Spion im Ohr sozusagen. Doch der digitale Datensammler flog auf - und Bose sah sich mit einer Sammelklage konfrontiert.

Ihre Bose-Kopfhörer wie den QuietControl 30 (QC30) können Sie aber trotzdem ohne Sorge weiterverwenden, denn die Premiummarke, die sich stets von den Vorwürfen, ihre Nutzer zu kommerziellen Zwecken auszuspionieren, distanziert hat (hier die Online-Stellungnahme), reagierte inzwischen und verpasste der App ein Update. Dadurch ist es nun möglich, die Erfassung der Daten abzulehnen. Wer trotzdem noch ein komisches Gefühl hat, kann sein Gadget aber auch ohne die App genießen, denn sie ist für die Benutzung gar nicht zwingend erforderlich.

Das Produkt in aller Kürze
Der Bose QuietControl 30 ist ein kabelloser Bluetooth-Kopfhörer mit anpassbarer Lärmreduzierung. Gleichzeitig kann mit dem smarten Gadget telefoniert werden.
“Mehr als Lärmreduzierung: Sie bestimmen, was Sie hören möchten. (…) Erleben Sie erholsame Stille und einzigartigen Spitzenklang – mit den Bose QuietControl 30 Noise Cancelling-Kopfhörern im In-Ear-Design. (…) Die leichte Nackenbügelform passt sich perfekt an und sorgt auch bei längerem Tragen für höchsten Tragekomfort."
Bose ist ein 1964 gegründetes US-Unternehmen, das vor allem bekannt ist für edle HiFi-Geräte. Seit 1974 ist Bose auch in Deutschland. Der Gründer Amar Bose war Professor am Massachusetts Institute of Technology. Die Produktion erfolgt in Irland und den USA.
Neben dem exzellenten Sound überzeugt beim QC30 vor allem die regulierbare Lärmreduzierung. Das smarte und angenehme Design macht den Kopfhörer außerdem zu einem treuen Begleiter im Alltag.
Hier müsste man schon das Haar in der Suppe suchen. Vielleicht lässt sich noch eine Lösung finden, damit der Nackenbügel nicht so einfach verrutscht, wenn er länger getragen wird.
Der UVP beträgt 299,95 Euro. Bei anderen Online-Händlern wird der QC30 schon für 245 Euro angeboten.
Wer bereit ist, denn hohen Kaufpreis zu investieren, bekommt einen erstklassigen Kopfhörer, der vor allem auf Reisen und im Büro kaum noch Wünsche offen lässt. Nur wenn Sie damit Sport treiben möchten, sollten Sie sich nach einer Alternative umschauen.

Womit wir schon beim Thema sind: die kabellosen InEar-Kopfhörer QuietControl 30 sind ein toller Begleiter im Alltag und dürften vor allem für diejenigen eine Alternative sein, die ständig Angst haben, ihre Apple-Airpods oder andere Bluetooth-Stöpsel zu verlieren. Denn: Bose hat beim QC30 den linken und rechten Ohrhörer über einen Nackenbügel miteinander verbunden, in dem auch der Lithium-Ionen-Akku und die Elektronik des High-Tech-Gerätes untergebracht sind. Ganze zehn Stunden Hörgenuss sind dadurch garantiert - und wenn dem Kopfhörer dann doch einmal der Saft ausgeht, lässt er sich rasch über einen Micro-USB-Anschluss wieder aufladen. Besonders praktisch: Eine Schnellladung von 15 Minuten verlängert die Wiedergabezeit um ungefähr eine Stunde.

Ob mit oder ohne Connect-App: Das Koppeln mit dem Smartphone oder einem iPad hat per Bluetooth stets reibungslos funktioniert und wenn die Geräte einmal miteinander verbunden waren, geschieht die weitere Kopplung ganz automatisch und vor allem auch sehr schnell. Sie müssen also nicht jedes Mal über das Bluetooth-Menü an Ihrem Smartphone den Kopfhörer auswählen und neu verbinden. Geliefert wird der QC30 mit einer smarten, runden Aufbewahrungsbox, die angenehm griffig und mit zwei weiteren Silikon-Ohreinsätzen in unterschiedlichen Größen bestückt ist. Hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zu vielen anderen InEar-Kopfhörern, die richtig in den Gehörgang hinein geschoben werden - für viele Menschen ein No-Go.

Für intensiven und schweißtreibenden Sport gibt es bessere Lösungen von Bose und anderen Herstellern.

Foto: Bose
In-Ear-Kopfhörer und die Gesundheit
In-Ear-Kopfhörer tief ins Ohr drücken und Musik aufdrehen – ist das schädlich? Es ist ohne weiteres möglich, sich das Trommelfell wegzublasen. Wer aber verantwortlich damit umgeht, muss sich keine Sorgen vor ernsthaften Folgen wie Tinnitus oder dauerhaftem Hörverlust machen.
Laut dem Unterhaltungselektronik-Branchenverband High End Society werden in Deutschland MP3-Player und Handys nicht lauter als 85 Dezibel. Das gibt eine EU-Richtlinie vor. Alles, was über dieser Grenze liegt, gilt als gesundheitsschädlich. Bei langfristiger Einwirkung können allerdings auch 85 Dezibel zu Schäden führen.
Mediziner warnen, dass durch Kopfhörerstöpsel Ohrenschmalz in den Gehörgang gedrückt wird. Wenn sich dadurch dann ein Propf bildet, wird es unangenehm und man muss seine Ohren professionell reinigen lassen (auf keinen Fall selbst Hand anlegen mit Wattestäbchen, Ohrenkerzen & Co.).
Wer häufig In-Ear-Kopfhörer nutzt und damit Schmalz tief in die Ohren drückt, sollte nach Auffassung von Medizinern alle drei bis sechs Monate zu einem HNO-Arzt gehen.
Wer die Musik auf dem Weg zur Arbeit aufdreht und dabei die Umgebungsgeräusche komplett ausschaltet, erkennt so manche Gefahr vielleicht erst zu spät.

Die Bose-Ohreinsätze werden nicht versenkt, sondern sitzen dank eines kleinen Gummi-Flügels sicher in der Ohrmuschel und nutzen die Wölbung des Ohres als zusätzlichen Halt. Der Tragekomfort ist dadurch auch über Stunden hinweg hervorragend und der QC30 sitzt auch dann noch perfekt, wenn man morgens im Pendlerzug kurz eingenickt ist auf dem Weg zur Arbeit. Ob Sie damit auch Sport treiben können, haben wir nicht getestet, denn durch die Konstruktion mit dem Nackenbügel, der recht lose um den Hals hängt, dürfte das vor allem beim Joggen eine unruhige Angelegenheit sein. Dafür gibt es bessere Lösungen von Bose und anderen Herstellern.

Sein volles Können zeigt der Kopfhörer hingegen im Office und auf Reisen, beispielsweise im Flugzeug oder in der Bahn.

Foto: Bose

Sein volles Können zeigt der Kopfhörer hingegen im Office und auf Reisen, beispielsweise im Flugzeug. Möglich macht das eine neuartige Technik, die es ermöglicht, die Lärmreduzierung individuell anzupassen – jederzeit. Andere sogenannte Noice-Cancelling-Geräte können störende Umgebungsgeräusche einfach nur komplett abschalten und nicht, wie der QC30, stufenweise regulieren.

Wie viel Sie von Ihrer Umgebung also mitbekommen und was Sie ausblenden möchten, liegt ganz an Ihnen. Weniger Lärmreduzierung erlaubte mir beispielsweise im Test, auf die Durchsagen am Flughafen-Gate zu achten. Und im Home-Office bekam ich trotz musikalischer Berieselung mit, wenn der DHL-Bote an der Haustüre klingelte, um neue Test-Gadgets abzuliefern. Mehr Lärmunterdrückung reduzierte ablenkende Geräusche im Großraumbüro auf ein sehr erträgliches Minimum. So ist man gleichzeitig ansprechbar und kann weiter konzentriert arbeiten oder einem wichtigen Business-Call im Ohr lauschen.

Das sind die wichtigsten Audio-Formate
Der „Advanced Audio Codec“ (auch als „MPEG 4 Audio“ bezeichnet), so erklärt es die Zeitschrift Computerbild, wurde als MP3-Nachfolger entwickelt. AAC gibt es ebenfalls von mehreren Herstellern. Die bekannteste Version stammt von Apple. Sie wird für die Dateien des Internet-Musikladens „iTunes Music Store“ verwendet. AAC-Dateien lassen sich mit DRM (Kopierschutz-Technologie) versehen. Eine Variante von AAC ist „AAC HE“, auch „AAC+“ genannt. Die „High-Efficiency“-Version (sinngemäß „hoher Wirkungsgrad“) soll Musikdateien bei gleicher Klangqualität noch stärker schrumpfen. Daher verwenden Abspielgeräte mit knappem Speicherplatz oft AAC+.
MP3 ist nur eines von vielen Speicherformaten für Musik. Dahinter verbirgt sich die Abkürzung für „MPEG-1 Audio Layer 3“ – ein Verfahren, das 1985 am Fraunhofer-Institut Erlangen entwickelt wurde. Es gibt mehrere MP3-Codecs: außer der ursprünglichen Version von Fraunhofer etwa noch Varianten von Lame und Nero. Alle arbeiten ohne Kopierschutz (DRM).
„Windows Media Audio“ ist ein Microsoft-Speicherformat. WMA-Dateien lassen sich mit vielen MP3-Spielern und auf dem PC mit dem „Windows Media Player“ wiedergeben. Die meisten Internet-Musikläden bieten ihre Songs als WMA-Dateien an, da sie per DRM kopiergeschützt werden können.
WAV ist die Abkürzung für WAVE (Welle) wave form audio *.wav. Dieses Dateiformat dient der digitalen Speicherung von Audiodaten. In den allermeisten Fällen enthält eine WAV-Datei dabei unkompimierte Rohdaten. Der Verzicht auf eine Komprimierung bedeutet folglich, dass die Audiodatei in höchster Qualität gespeichert ist. Allerdings erfordert dies einen enormem Speicherbedarf. Zwei Minuten Musik können schnell um die 20 Megabyte (MB) Platz belegen.(Quelle: Medienwerkstatt Lehrerfortbildung-bw.de)
Flac ist ein freier (patentfreier) Codec, der - wie der Ogg-Codec - von der Xiph. Org Foundation entwickelt wurde und weiterentwickelt wird. Im Gegensatz zum Ogg- oder MP3-Codec ist Flac ein verlustfreier Audiokodierer bzw. -dekodierer. Das Verfahren ist vergleichbar mit dem einer ZIP-Datei, d.h., dass die Originaldatei beim Kodieren auf 30-60 Prozent ihrer Ursprungsgröße verkleinert wird und das Original beim Dekodieren im Gegensatz zu MP3 und Ogg wieder hergestellt werden kann. Flac empfiehlt sich vor allem bei klassischer Musik, da es die vielseitigen dynamischen Abstufungen originalgetreu wiedergeben kann. (Quelle: Medienwerkstatt Lehrerfortbildung-bw.de)
Real Media ist die Sammelbezeichnung für die Dateiformate des Software-Herstellers Real-Networks. Insbesondere meint Real Media das Audioformat Real Audio und das Videoformat Real Video. Mit Real Audio komprimierte Audios sind zwar verlustbehaftet, doch ist die Qualität von Real Audio Dateien speziell bei hohen Komprimierungen vergleichsweise gut. Real Audios werden häufig bei Webradio Übertragungen (Livestreams) eingesetzt.(Quelle: Medienwerkstatt Lehrerfortbildung-bw.de)
Dieses Verfahren wurde als preisgünstige MP3-Alternative entwickelt. Im Gegensatz zu MP3 und WMA müssen Hersteller für den Einbau von Ogg Vorbis in Geräte oder Programme keine Lizenzgebühr zahlen. Die Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Formaten sind nicht besonders groß. Alle Codecs erzielen heutzutage eine Klangqualität, die kaum schlechter ist als die einer Musik-CD.
Ohne Qualitätsverlust arbeiten sogenannte „Lossless Codecs“ („verlustfreie Codecs“). Die werden zum Beispiel von Apple in der Software „iTunes“, von Microsoft im Media Player und im Internet frei erhältlich als „Free Lossless Audio Codec“ (FLAC) angeboten. Sie verringern die Dateigröße aber nur etwa um die Hälfte. In MP3-Spielern werden sie kaum verwendet.
Die Erklärungen wurden zusammengestellt in einem Fachbeitrag der Zeitschrift Computerbild.

Telefonate sind mit dem QC30 stets klar und verständlich, denn auch hier werden störende Umgebungsgeräusche von einem dualen Mikrofonsystem herausgefiltert. Um ein Gespräch entgegenzunehmen, genügt ein kleiner Knopfdruck über das Bedienelement am Kabel, mit dem sich neben der Lärmreduzierung auch die Lautstärke regulieren lässt.

Die Soundqualität steht in dieser Preisklasse eigentlich nicht zur Diskussion. Sie ist beim QC30 sauber und für meine Zwecke (Einsatz im Büro und unterwegs auf Reisen) perfekt. Ab und zu gestört hat lediglich der Nackenbügel, weil es vorkommt, dass er sich verdreht und dann schief am Hals hängt. Natürlich schränkt das weder die Funktion noch die wirklich gute Klangqualität ein.

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Wenn Sie die Connect-App nutzen, können Sie noch etliche weitere Einstellungen vornehmen. Zum Beispiel die Zeit für das automatische Abschalten, damit der Akku unterwegs geschont wird. Außerdem lässt sich Musik von einem Smartphone auf zwei Bose-Kopfhörern anhören, was vor allem praktisch ist, wenn man mit jemandem zusammen auf Reisen ist. Genauso können zwei Leute an einem iPad gemeinsam einen Film anschauen.

Fazit

Wer bereit ist, den stolzen Preis von 299,95 Euro zu investieren, bekommt einen stylischen High-Tech-Kopfhörer, der aus gleich zwei Gründen besonders praktisch ist. Erstens: Es gibt keine lästigen Kabel, denn das Gadget ist Wireless und lässt sich ganz einfach per Bluetooth mit dem Smartphone oder Ihrem Tablet verbinden. Zweitens: Sie können per Knopfdruck selbst bestimmen, wie viel Sie von den Umgebungsgeräuschen wahrnehmen möchten; beispielsweise wenn Sie auf Ihren Flug warten und den Aufruf zum Boarding hören möchten. Der Klang ist - wie man das bei Bose nicht anders erwarten kann - spitzenmäßig und die einst umstrittene App lässt sich entweder getrost ignorieren oder so modifizieren, dass keine Daten mehr gesammelt werden.

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