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Alex von Frankenberg im Interview High-Tech Gründerfonds fordert mehr staatliche Hilfe für Start-ups

Die Pandemie bedroht die Existenz von tausenden Jungunternehmen. High-Tech-Gründerfonds-Geschäftsführer von Frankenberg spricht über die finanziellen Probleme in der Krise.
30.03.2020 - 15:38 Uhr Kommentieren
Der Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds hält mehr staatliche Unterstützung für Jungunternehmen in der Krise für angebracht. Quelle: HHL
Alex von Frankenberg

Der Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds hält mehr staatliche Unterstützung für Jungunternehmen in der Krise für angebracht.

(Foto: HHL)

Düsseldorf Der High-Tech Gründerfonds investiert in öffentlich-privater Partnerschaft mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Bund und 33 Unternehmen Risikokapital. Gesamtvolumen des Fonds: fast 900 Millionen Euro. Seit 2005 ist Alex von Frankenberg Geschäftsführer.

Herr von Frankenberg, reichen die bestehenden Maßnahmen des Corona-Rettungsfonds für Start-ups aus?
Nein, die Bewertungsgrenze von 50 Millionen Euro erreichen nur die wenigsten jungen Unternehmen, vielleicht ein bis zwei Prozent aller deutschen Start-ups. Und das Problem bei bestehenden Hilfen wie KfW-Krediten ist, dass die Gründer dabei zu 100 Prozent haften. Viele können dieses Risiko nicht eingehen. Ein Scheitern ihres Projekts ist programmiert. Auch Kredite über die Hausbank sind selten eine Lösung, viele Start-ups sind im klassischen Sinn nicht kreditwürdig. Ich bin aber optimistisch, dass der Bund noch ein passendes Programm für kleine Start-ups auflegen wird.

Muss der Bund das überhaupt? Start-ups haben doch noch ihre Investoren.
Aber auch die leiden unter der Krise. Business Angels und auch viele Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften werden sich wohl ziemlich aus ihrer Investitionstätigkeit zurückhalten, insbesondere bei Neuinvestitionen. Deshalb kommt es darauf an, die Venture-Capital-Fonds bei der Stange zu halten.

Wie soll das gelingen?
Es braucht mehr staatliche Unterstützung wie Matching-Fonds. Dabei ermuntert der Staat Kapitalgeber zum Investieren, indem er einen Teil des Investments übernimmt. Bis zu 70 Prozent öffentliche Mittel im Rahmen einer Finanzierungsrunde wären mit dem EU-Beihilferecht vereinbar.

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    Viele ausländische Kapitalgeber deuten bereits an, ihre Investments erst einmal auf Eis zu legen. Wenn es gar keine Investments gibt, hilft auch keine staatliche Unterstützung.
    Sicherlich werden sich nicht schlagartig alle Risikokapitalgeber zurückziehen. Bei manchem mag das aber zutreffen. Deswegen reicht ein Matching-Fonds allein auch nicht aus. Es muss auch die Möglichkeit geben, nur öffentliche Mittel zu investieren, zum Beispiel über Nachrangdarlehen. Wir müssen aus allen Rohren schießen, aber gezielt. Es darf auch nicht passieren, dass Start-ups finanziert werden, die bereits vor der Krise in Schwierigkeiten waren oder vor der Insolvenz standen. Das wird eine schwierige Aufgabe, schnell zu entscheiden – denn die Unternehmen brauchen das Geld jetzt – und dabei alle Aspekte im Auge zu behalten.

    Wie lassen sich die hilfsbedürftigen Start-ups von den schon vorher angeschlagenen unterscheiden? Bei Start-ups funktioniert es nicht ohne Weiteres, den kurzfristigen Umsatzeinbruch zu messen.
    Es ist naheliegend, dass alle Unternehmen, die Geld brauchen, versuchen, an die Rettungstöpfe zu gelangen. Da braucht es dann mehr oder weniger Fachkompetenz, um richtig zu entscheiden.

    Weniger, wenn Fälle offensichtlich schlecht performen, etwa nur ein paar Tausend Euro Umsatz nach ein paar Jahren gemacht haben. In allen anderen Fällen wird der Gesetzgeber noch Kriterien und geeignete Entscheider finden müssen.

    Wie verändert die Krise das Vorgehen des High-Tech Gründerfonds?
    Wir bleiben bei unserem Tempo, unterstützen unsere Portfoliounternehmen bestmöglich und setzen unsere Investments wie geplant fort. Und wir werden unser Ziel von 40 Neu-Investments auch 2020 erreichen. Wirtschaftlich schlechte Zwischenphase hin oder her, wir werden auch weiter in unser Bestandsportfolio investieren.

    Die Krise wird vorbeigehen, und danach wird es einen Boom geben. Das heißt, jetzt kommt es darauf an, nicht nur die Krise zu überleben, sondern sich auch so aufzustellen, dass die Unternehmen an dem auf die Krise folgenden Boom partizipieren können.

    Mehr: Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung in der Coronakrise in unserem Newsblog.

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