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AMD-Chefin Lisa Su„Mein Ziel ist, dass wir die KI-Revolution anführen“

Lisa Su gilt als mächtigste Frau der Technologieindustrie. Im Interview spricht sie über die Bedeutung Künstlicher Intelligenz und warum AMD langfristig erfolgreicher sein könne als Rivale Nvidia.Stephan Scheuer 12.07.2024 - 15:35 Uhr
AMD-Chefin Lisa Su: Mit der neuesten Generation von KI-Chips will der Konzern den Rivalen Nvidia überholen. Foto: Bloomberg

Austin. Als Lisa Su vor zehn Jahren die Führung des Chipkonzerns übernahm, drohte der Firma die Pleite. Heute ist AMD einer der ganz wenigen Spieler auf dem Markt für begehrte Chips für Künstliche Intelligenz – und er hat noch höhere Ambitionen.

„Wir stehen noch ganz am Anfang der KI-Revolution“, sagt Su im Interview mit dem Handelsblatt. „Mein Ziel ist, dass wir diese Revolution anführen.“

Damit das gelingt, nimmt die Konzernchefin Europa in den Fokus. Für 665 Millionen Dollar kauft sie den KI-Pionier Silo AI aus Helsinki. „Wir werden in Europa stark wachsen“, sagt Su.

Lesen Sie hier das komplette Interview mit AMD-Chefin Lisa Su:

Frau Su, AMD hat gerade den Zukauf von Silo AI aus Helsinki für 665 Millionen Dollar bekannt gegeben. Wie passt der Zukauf in Ihre Strategie? 
KI hat für uns höchste Priorität, und wir haben in den letzten Jahren erheblich investiert, um sicherzustellen, dass wir über ein offenes und bewährtes Software-Ökosystem verfügen. Die Übernahme von Silo AI stärkt unsere KI-Softwarekapazitäten erheblich und erweitert unsere Forschung und Entwicklung in Europa. Als Europas größtes privates KI-Labor hat Silo AI mehr als 200 erfolgreiche KI-Implementierungen für führende Unternehmens-, Cloud- und Industriekunden geliefert und LLMs in großem Umfang auf AMD-Hardware trainiert.

LLMs, also Large Language Models, sind KI-Modelle, die menschenähnlichen Text erstellen können. Diese zu bauen erfordert großes Fachwissen. Welche Bedeutung hatte das Silo-Team bei der Übernahme?
Wir freuen uns sehr, Hunderte von erstklassigen KI-Wissenschaftlern und -Ingenieuren in unser Team aufnehmen zu können, die über umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung von hochmodernen Modellen und LLMs verfügen. Das wird den Einsatz von AMD-basierten KI-Lösungen weiter beschleunigen. Dies baut auf unseren Übernahmen des kalifornischen Software-Entwicklers Nod.AI und von Mipsology, einem französischen Unternehmen mit einer langen Geschichte in der Entwicklung von KI-Software, im letzten Jahr auf.

Halbleiter

AMD kauft führende KI-Firma aus Europa für 665 Millionen Dollar

AMD ist heute 290 Milliarden Dollar wert. Als Sie vor fast einem Jahrzehnt die Leitung übernahmen, stand das Unternehmen kurz vor dem Bankrott. Wie haben Sie die Situation damals wahrgenommen?
Es ist kaum zu glauben, dass es schon zehn Jahre her ist. Die Lage war ernst. Ich hatte aber großes Glück: Zu der AMD-Belegschaft zählten einige der besten Ingenieure der Welt. Meine Aufgabe war es, ihnen eine Perspektive für die Zukunft des Unternehmens zu geben.

Was haben Sie konkret getan?
Wir verabschiedeten uns von Nebenprojekten und konzentrierten uns auf zwei zentrale Bereiche: die besten Zentralprozessoren, CPUs, und die besten Grafikprozessoren, GPUs, zu entwickeln. Doch mussten wir die Zeit überbrücken, bis diese auf den Markt kommen konnten. Das sind in der Chipbranche üblicherweise drei bis fünf Jahre. Für diese Übergangszeit mussten wir liquide bleiben. Und dann zahlte sich eine unserer großen Wetten aus: die Chiplet-Technologie.

Mit Chiplets lassen sich Computerchips ähnlich wie Lego-Bausteine kombinieren. Was genau steht dahinter?
Seit über dreißig Jahren galt das Moore’sche Gesetz, das besagt, dass Chips immer kostengünstiger und leistungsfähiger werden. Der traditionelle Ansatz dazu war, die Effizienz durch immer größere Chips zu steigern. Wir gingen aber genau den anderen Weg. Wir setzen darauf, immer kleinere Chips zu produzieren und diese später zu kombinieren. Wir machten als Erste das Konzept zu einem Produkt für den Massenmarkt. Heute sind wir dank der Technik flexibler als unsere Konkurrenz.

Eine zweite große Wette von Ihnen war der Zukauf des Chipspezialisten Xilinx für 49 Milliarden Dollar – die bis heute teuerste Übernahme der Chipindustrie. Worauf haben Sie da gesetzt?
Xilinx ist auf die Entwicklung von programmierbaren Logikbausteinen, kurz FPGAs, spezialisiert. Das Besondere an diesen Chips ist, dass sie sehr flexibel sind und umprogrammiert werden können. Das ist in Datenzentren, aber auch für Branchen wie den Automobilsektor oder die Luft- und Raumfahrt wichtig. Dank der Übernahme konnten wir unser Portfolio an Produkten erweitern.

Das macht AMD
Hauptprozessoren oder Central Processing Units (CPUs) sind das Herzstück von Computern. Diese Chips führen die grundlegenden Berechnungen und Steuerungsaufgaben durch, die für den Betrieb notwendig sind. CPUs gehen Rechenoperationen nacheinander an und können dabei besonders komplexe Aufgaben lösen. Führende Lieferanten von CPUs sind Intel und AMD. Sie verwenden beide die sogenannte X86-Architektur, die sich seit den 1980er-Jahren weltweit durchgesetzt hat. Solche CPUs werden vor allem in PCs, Notebooks und Netzwerkrechnern genutzt, den sogenannten Servern. In Smartphones dagegen setzen die Hersteller bevorzugt die konkurrierende Architektur des britischen Chipdesigners ARM ein. Der Unterschied: x86 ist eine sogenannte CISC-Architektur, das steht für Complex Instruction Set Computing. Sie unterstützt eine breite Palette von Befehlen und ist leistungsstark, verbraucht dafür aber auch vergleichsweise viel Energie. Bei der Technologie ARM handelt es sich dagegen um eine RISC-Architektur, das steht für Reduced Instruction Set Computing. Diese ist ideal, um eine begrenzte Anzahl von Computerbefehlen effizient auszuführen. Das erlaubt eine längere Laufzeit der Mobilgeräte. Inzwischen nutzen immer mehr Firmen die ARM-Architektur auch für PCs und Laptops, darunter Apple und Qualcomm.
Grafikprozessoren oder Graphics Processing Units (GPUs) wurden ursprünglich für Grafik- und Videoberechnungen in Computerspielen entwickelt. Eine GPU arbeitet Rechenoperationen parallel ab. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass diese Chips besonders gut für die Berechnung von KI-Anwendungen eingesetzt werden können, bei denen viele, vergleichsweise einfache Rechenoperationen in kurzer Zeit ausgeführt werden müssen. Nvidia ist hier seit Jahren Marktführer, etwa mit seinem speziellen KI-Chip H100. AMD ist der wichtigste Wettbewerber. GPUs waren jahrelang auf der Leiterplatte meist eng verbunden  mit CPUs. Viele KI-Anwendungen erfordern inzwischen jedoch eine gewaltige Rechenleistung. Dafür werden sogenannte diskrete GPUs verwendet, die unabhängig von der CPU in die Rechner eingebaut werden. Sie verbrauchen jedoch mehr Energie und geben viel Wärme ab. Um sie optimal zu nutzen, müssen sie daher aufwendig gekühlt werden.
Durch Chiplets wird KI mit ihren rechenintensiven Anwendungen wie ChatGPT überhaupt erst bezahlbar. Mehr noch: Mit dem innovativen Ansatz wird KI künftig fester Bestandteil von Smartphones. Das Grundkonzept ist simpel: Wie bei Lego fügen die Designer Bausteine, also einzelne kleine Chips, unterschiedlicher Größe und Funktion zusammen. Diese elektronischen Bauelemente werden sowohl neben- als auch übereinander angeordnet. Sie bilden damit ein sogenanntes „System on Chip“, kurz SoC. Auch das ähnelt Lego. Was bei den bunten Klötzchen die Noppen, das sind bei den Chiplets hauchdünne Drähte. So einfach das Prinzip auch ist: Es auf elektronische Bauteile zu übertragen ist äußerst kompliziert. Das Design ist sehr komplex, dazu muss eine schnelle und stabile Kommunikation zwischen den Chiplets sichergestellt werden. Anfangs belächelt, setzt nun auch die Konkurrenz von Nvidia und Co. auf das von AMD entwickelte Verfahren, mit dem sich leistungsfähige und vielseitige Chips mit vergleichsweise wenig Aufwand produzieren lassen.

Was ist Ihre Mission? Was ist Ihr langfristiges Ziel für AMD?
Meine Mission ist es, Hochleistungs- und adaptive Rechentechnologien zu entwickeln, die einige der schwierigsten Probleme der Welt lösen können. Technologie kann das Leben verbessern, und das ist unsere Mission.

Sie leiten AMD seit einem Jahrzehnt. Wo sehen Sie das Unternehmen in weiteren zehn Jahren?
Ich sehe AMD als den weltweit führenden Anbieter für die Technik hinter Künstlicher Intelligenz (KI). Wir stehen noch ganz am Anfang der KI-Revolution. Mein Ziel ist, dass wir diese Revolution anführen.

„Es ist wichtig, große Träume zu haben und ehrgeizige Ziele zu setzen“

Der führende Anbieter für KI-Chips ist derzeit aber Ihr Rivale Nvidia. Die Firma ist gerade kurz zum wertvollsten Konzern der Welt aufgestiegen und mehr als zehn Mal so viel wert wie AMD. Was macht Nvidia besser?
Nvidia ist ein großartiges Unternehmen. Aber Nvidia konzentriert sich auf einen Bereich. Die Grafik- und KI-Chips von Nvidia sind sehr gefragt. AMD bietet aber viel mehr Produkte, die weit über reine KI-Chips hinausgehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Kunden nicht nur Spezialchips für eine einzige Lösung brauchen, sondern ein breites Angebot.

Nvidia-Gründer und -CEO Jensen Huang hatte für AMD gearbeitet, bevor er Nvidia gegründet hat. Sie sind sogar verwandt, Huang ist Ihr Großcousin. Was unterscheidet Sie, wenn es um die Unternehmensführung geht?
Jensen hat Erstaunliches geleistet. Wir unterscheiden uns zwar, aber als Technologen haben wir dasselbe Ziel: großartige Technologie zu entwickeln. Meine 30-jährige Karriere in der Halbleiterindustrie begann mit Forschung und Entwicklung in der Gerätetechnik bei IBM und Texas Instruments und führte mich zu AMD. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, große Träume zu haben und ehrgeizige Ziele zu setzen. Am meisten genieße ich es, Teams dabei zu sehen, wie sie das scheinbar Unmögliche erreichen.

Vita Lisa Su
Lisa Tzwu-Fang Su wurde 1969 in Tainan in Taiwan geboren. Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihren Eltern in die USA. Sie studierte Elektroingenieurwesen am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und promovierte dort. Seit Abschluss ihrer Dissertation im Jahr 1994 arbeitet sie in der US-Chipindustrie. Sie begann bei Texas Instruments, wechselte dann zu IBM und schließlich zu Freescale. 2012 begann sie bei AMD und wurde zwei Jahre später auf den Chefposten befördert.
Advanced Micro Devices (AMD) gehört zu den Pionieren der Chipindustrie und wurde 1969 im Silicon Valley gegründet. Der Konzern stand meist im Schatten des Branchenführers Intel und musste lange ums Überleben kämpfen. Hauptprodukt sind sogenannte CPUs, die Gehirne eines jeden Rechners. In jüngster Zeit allerdings hat AMD den deutlich größeren Rivalen überflügelt, zumindest an der Börse. AMD ist derzeit rund 286 Milliarden Dollar wert, Intel nur 147 Milliarden. Das liegt vor allem daran, dass Analysten AMD als momentan schärfsten Konkurrenten von Nvidia bei KI-Chips ansehen.

Sie sind eine der wenigen Führungspersonen im weltweiten Technologiesektor mit einem wirklich internationalen Hintergrund. Sie wurden auf Taiwan geboren, wuchsen in den USA auf und leiten heute einen der wichtigsten Chipkonzerne der Welt. Wie prägt das Ihren Führungsstil?
Meine Eltern haben mich früh an Mathematik und Naturwissenschaften herangeführt. Sie haben mich von meiner Kindheit an dazu ermutigt, mich mit besonders schwierigen Problemen zu beschäftigen. Das prägt mich bis heute.

Wie meinen Sie das?
Jedes Mal, wenn ich höre, dass ein Problem unlösbar ist, sehe ich das nicht als Ende, sondern als Herausforderung. Schon Mitte der 1990er-Jahre wurde in der Chipindustrie vom Ende der Skaleneffekte gesprochen. Am Ende haben clevere Wissenschaftler eine Lösung gefunden. AMD ist heute der richtige Ort für mich. Es gibt wahnsinnig viele schwierige Probleme und wir haben 20.000 der besten Fachleute, die diese Probleme lösen wollen.

Haben Sie die KI-Revolution kommen sehen?
Künstliche Intelligenz beschäftigt unsere Branche schon seit vielen Jahren. Aber der Start von ChatGPT war ein besonderer Moment. Ich erinnere mich noch gut dran, wie ich den Textroboter das erste Mal ausprobiert habe.

Was war Ihre erste Frage an ChatGPT?
Ich habe alle möglichen Fragen gestellt. Zum Beispiel dazu, was in der Welt passiert. Und ich habe natürlich nach mir selbst gefragt. Was wusste ChatGPT über Lisa Su?

Waren die Antworten überzeugend?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe dann auch kompliziertere Fragen gestellt. Ich liebe die Stadt Cabo in Mexiko und habe mir von ChatGPT einen Trip dorthin planen lassen. Das war beeindruckend.

Nach der ersten Begeisterung warnen nun viele Experten vor den Risiken von Künstlicher Intelligenz. Tesla-Chef Elon Musk, der sein Büro hier in Austin hat, warnt vor einer „Terminator-KI“. Wie sehen Sie Chancen und Gefahren?
Unter dem Strich ist KI auf jeden Fall positiv. Natürlich gibt es Risiken und denen müssen wir uns stellen. Große Firmen müssen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie sicherstellen.

AMD-Chefin Lisa Su im Gespräch mit Handelsblatt-Korrespondent Stephan Scheuer im texanischen Austin. Foto: AMD

Was heißt das für Sie? Gibt es beispielsweise ein Limit für KI-Superchips, die Sie bei AMD entwickeln würden?
Für mich sind Halbleiter an sich nichts Negatives. Unser Ziel ist es, Rechenleistung möglichst breit verfügbar zu machen. Dafür sind leistungsfähige und gleichzeitig erschwingliche Chips unverzichtbar. Für uns gibt es eine andere Herausforderung. Neue KI-Chips erfordern gewaltige Energiemengen. Die neuen KI-Rechenzentren werden den Bau neuer Atomkraftwerke nötig machen, um sie anzutreiben.

Sie arbeiten an energieeffizienteren Chips. Aber an neuen Kraftwerken führt trotzdem kein Weg vorbei?
Das Ziel, das wir uns vor ein paar Jahren gesetzt haben, ist, dass wir von 2020 bis 2025 den Energiebedarf oder die Energieeffizienz unserer Computer in diesem Fünfjahreszeitraum um den Faktor 30 senken wollen. Und wir sind auf dem besten Weg, das zu erreichen, ja, wir sind sogar ein bisschen schneller als das. Alle beteiligten Unternehmen arbeiten daran, den Energieverbrauch zu senken. Dennoch sehen wir eine so große Nachfrage, dass wir mehr Energiequellen erschließen müssen.

Sie waren vor wenigen Wochen in Taiwan und haben eine neue Generation von KI-Chips von AMD angekündigt. Nur wenige Wochen zuvor hat China Manöver abgehalten, in denen eine Invasion Taiwans durchgespielt wurde. Wie beurteilen Sie die geopolitische Lage?
Für uns als Industrie ist Stabilität sehr wichtig. China ist ein wichtiger Markt für uns. Taiwan ist von sehr großer Bedeutung für unsere Wertschöpfungskette. Wir sind ein globales Unternehmen und werden alle Märkte versorgen.

Die USA und China sehen sich zunehmend als Rivalen. Washington hat den Export von Hochleistungschips nach China mit Sanktionen belegt. Peking will gleichzeitig die Verwendung von Chips wie von AMD und Intel einschränken. Wie gehen Sie damit um?
Die Halbleiterbranche ist eine globale Industrie. Und so sind wir aufgestellt. Die USA haben Exportbeschränkungen beschlossen und wir halten uns natürlich an diese Vorgaben. Gleichzeitig ist China für uns ein wichtiger Markt. Und ich bin überzeugt, dass China das auch künftig bleiben wird.

AMD will auch in den USA produzierte Chips anbieten

Die USA wählen in diesem Jahr einen neuen Präsidenten. Beide Kandidaten haben einen härteren Kurs gegenüber China angekündigt. Erwarten Sie, dass Ihr Geschäft nach der Wahl noch schwieriger wird?
Ich bin keine politische Wahrsagerin. Wir werden abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Die Halbleiterindustrie wird auch künftig von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein.

Einige Chefs von Tech-Konzernen unterstützen einen der Kandidaten. Wie ist das bei Ihnen? Stehen Sie hinter Joe Biden oder Donald Trump?
Ich beschränke meinen Aussagen auf den Technologiesektor.

Die USA haben unter Joe Biden ein großes Förderprogramm für die Chipfertigung aufgelegt. Noch bezieht AMD seine Hochleistungschips vom Produktionspartner TSMC in Taiwan. Bald wird eine neue TSMC-Fabrik in Arizona fertig. Werden wir dann AMD-Chips „made in USA“ sehen?
Wir sind mit unseren Zulieferern und Kunden in Austausch. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Kunden gerne Chips beziehen wollen, die in den Vereinigten Staaten gefertigt wurden. Wir werden versuchen, das möglich zu machen. Diese werden aber sicherlich teurer sein als Chips aus Taiwan.

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Wie schauen Sie auf Europa?
Europa ist ein wahnsinnig wichtiger Markt für uns. In Europa gibt es sehr viele talentierte Fachkräfte. Die Zeiten sind vorbei, in denen wir alle unsere Ingenieure in den USA finden konnten. Wir werden in Europa stark wachsen.

Was heißt das konkret?
Wir stellen in Europa ein. Wir stocken unsere Teams in Deutschland, Großbritannien, Irland und Frankreich auf.

Bislang wurden KI-Chips vor allem in Rechenzentren genutzt. Nun werden sie auch in Laptops verbaut. Microsoft hat dazu mit allen großen Herstellern eine neue Generation von KI-Laptops angekündigt. In den Geräten stecken aber keine Chips von AMD, sondern von Ihrem Rivalen Qualcomm. Warum?
Die Entwicklung der KI-Computer ist großartig. Seit vielen Jahren haben wir nur noch wenige Innovationen bei Laptops gesehen. Das ändert sich nun. Gerade Computer eignen sich hervorragend als KI-Endgeräte. Denn auf ihnen schreiben wir Texte oder entwerfen Bilder. Genau dabei kann uns KI helfen.

Die Partnerschaft mit Microsoft ist sehr wichtig für uns. Natürlich werden künftige KI-Laptops auch mit Chips von AMD ausgestattet werden. Entsprechende Chips haben wir bereits vorgestellt. Wir waren nur bei dem einen Tag der Microsoft-Ankündigung nicht dabei. Langfristig sind wir wichtige Spieler in dem Markt.

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Was ist Ihr langfristiges Ziel?
Das Ziel ist es, AMD zum führenden KI-Unternehmen zu machen. Das heißt, führend durch die ganze Produktpalette: von der Cloud bis hin zu den Kunden. Unsere Wettbewerber konzentrieren sich auf einzelne Bereiche. Ich bin überzeugt, dass wir die einzige Firma sind, die alle Bereiche abdeckt und führend sein kann.

Frau Su, vielen Dank für das Interview.

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Erstpublikation: 10.07.2024, 15:06 Uhr.

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