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AsienGoogle wettet auf starkes KI-Wachstum in Indien

Google investiert rund 15 Milliarden Dollar in ein neues KI-Rechenzentrum in Indien – das größte außerhalb der USA. Auch andere Konzerne planen Milliardenausgaben.Mathias Peer 14.10.2025 - 14:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Sundar Pichai: Dem Alphabet-Chef zufolge soll das Projekt das Wachstum in ganz Indien antreiben. Foto: IMAGO/NurPhoto

Bangkok. Google baut in Indien sein größtes Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) außerhalb der USA. Der US-Konzern investiert in den kommenden fünf Jahren 15 Milliarden Euro im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Das neue Rechenzentrum im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh werde der Kern eines neuen Knotenpunkts für KI, wie das Unternehmen am Dienstag in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi mitteilte.

Der Chef des Mutterkonzerns Alphabet, Sundar Pichai, sagte, Googles bisher größte Investition in Indien werde KI-Innovationen und das Wachstum im ganzen Land antreiben. Es ist eines der größten Investitionsprojekte eines ausländischen Unternehmens in Indiens Geschichte.

Indiens Premierminister Narendra Modi sagte, er sei begeistert von dem Google-Projekt. Dieses werde dazu beitragen, „unsere digitale Wirtschaft anzukurbeln und Indiens Position als globaler Technologieführer zu sichern“. Neben dem geplanten Rechenzentrum in der Küstenstadt Visakhapatnam will Google dort auch in neue Anbindungen an das Unterseekabelnetz investieren. Visakhapatnam werde dadurch zu einem KI- und Konnektivitäts-Hub, der nicht nur Indien, sondern auch den Rest der Welt bediene, teilte Google mit.

Auch OpenAI plant offenbar Rechenzentrum in Indien

Mit rund einer Milliarde Internetnutzern ist Indien ein riesiger Wachstumsmarkt für KI-Anbieter. Auch andere US-Tech-Konzerne wollen in neue Rechenzentren in dem Land investieren. OpenAI plant laut einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg eine Anlage mit einem Stromverbrauch von mindestens einem Gigawatt. Das Projekt hätte damit eine ähnliche Größe wie das von Google. Das KI-Wachstum in Indien sei „unglaublich schnell“, sagte OpenAI-Chef Sam Altman kürzlich über das Land mit knapp 1,5 Milliarden Einwohnern.

Anfang des Jahres hatte Microsoft-Chef Satya Nadella angekündigt, drei Milliarden Dollar in den Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur in Indien zu investieren. Amazon plant, seine Rechenzentren in dem Land bis zum Ende des Jahrzehnts für 13 Milliarden Dollar zu erweitern.

Indien könnte so zu einem Zentrum der globalen KI-Infrastruktur werden. Der Marktforscher CBRE rechnet damit, dass KI-Unternehmen bis 2027 mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Indien investieren werden.

Indische Behördenvertreter erhoffen sich dadurch einen kräftigen Impuls für die lokale Wirtschaft. Die Regionalregierung von Andhra Pradesh rechnet mit bis zu 188.000 zusätzlichen Jobs durch das geplante Google-Investment.

Das wäre für den lokalen Arbeitsmarkt eine wichtige Entlastung. Mit einer Wachstumsrate zwischen sechs und sieben Prozent ist das Land zwar die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Doch gibt es nicht genügend Jobs für die Millionen junger Inder, die jedes Jahr neu auf den Arbeitsmarkt kommen.

Google erwartet neue Geschäftschancen für US-Wirtschaft

Google betonte bei der Präsentation des Indienprojekts, dass das Vorhaben nicht nur der lokalen Wirtschaft helfe, sondern auch den USA zugutekomme. Die Botschaft dürfte an US-Präsident Donald Trump gerichtet gewesen sein, der US-Unternehmen zu Investitionen im eigenen Land drängt und Auslandsprojekte kritisiert. Trump hatte Apple-Chef Tim Cook dafür kritisiert, dass der Konzern die iPhone-Produktion in Indien stark ausbaut.

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Google verteidigt seine Indienpläne nun präventiv. Für den Aufbau des KI-Hubs kämen US-Personal und US-Ressourcen zum Einsatz. Zudem entstünden neue Geschäftsmöglichkeiten für die US-Wirtschaft durch den zunehmenden KI-Einsatz in Indien. Den positiven Effekt auf die US-Wirtschaft schätzt Google genau auf die Höhe der Investition von 15 Milliarden US-Dollar. „Diese Initiative schafft sowohl für Indien als auch für die Vereinigten Staaten erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen“, teilte Google mit.

In Indien stößt der zunehmende Einsatz von KI auch auf Bedenken. Während im Infrastrukturausbau Arbeitsplätze entstehen, fürchtet der IT-Servicesektor Stellenstreichungen. Die Branche beschäftigt in Indien derzeit mehr als fünf Millionen Menschen. Sie steht vor der Frage, ob künftig noch so viel Personal benötigt wird, wenn Programmieraufgaben von Chatbots erledigt werden können. Die Angst vor Jobverlusten wuchs, nachdem Tata Consultancy Services – einer der führenden IT-Dienstleister in Indien – im Juli angekündigt hatte, mehr als 12.000 Stellen zu streichen.

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