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Co-Chef Keith Block gehtGründer Marc Benioff steuert Softwarekonzern Salesforce jetzt allein

Nach zwei Jahren als Co-Chef von Salesforce ist Keith Block überraschend zurückgetreten. Auch im Europa-Geschäft des SAP-Konkurrenten stehen Veränderungen an.Christof Kerkmann 26.02.2020 - 18:01 Uhr

Er fädelte unter anderem die Übernahme des Cloud-Spezialisten Vlocity für 1,33 Milliarden Dollar ein.

Foto: Salesforce

Düsseldorf. Den Eindruck, dass es Streit gegeben haben könnte, wollte Salesforce unbedingt vermeiden. Und so veröffentlichte Marc Benioff auf Twitter ein Foto, das ihn Arm in Arm mit Keith Block zeigte – „sehr dankbar für sieben Jahre großartiger Führung“, stand darunter.

Trotz der demonstrativen Eintracht werden die beiden künftig jedoch weniger miteinander zu tun haben: Block ist ohne Angabe von Gründen als Co-Chef des Softwareherstellers zurückgetreten, Benioff führt den Konzern wieder allein.

Salesforce muss nun ohne einen Manager auskommen, der mit seiner Erfahrung entscheidend zum Erfolg in den vergangenen Jahren beigetragen hat. Damit steht der Gründer wieder stärker in der Verantwortung – der konnte sich zuletzt Zeit nehmen, eine Gesetzesinitiative für den Umgang mit Obdachlosen in San Francisco zu entwickeln und ein Buch über Unternehmensführung und sich selbst zu schreiben. Auch in der Leitung des internationalen Geschäfts stehen durch den Wechsel von Miguel Milano zum deutschen Unternehmen Celonis Veränderungen an.

Block, 57, ist ein Veteran der Softwarebranche. Er verbrachte 26 Jahre bei Oracle und kam 2013 zu Salesforce, wo er 2018 die Rolle als Co-Chef neben Benioff übernahm. Der Gründer sei ein „Visionär, der Dinge sieht, die niemand anderes erkennt“, beschrieb er einmal die Aufgabenteilung gegenüber dem Handelsblatt – er selbst gehe Dinge eher aus einer operativen Perspektive an.

Unter der Führung des Managers expandierte das Unternehmen in neue Geschäftsfelder wie Marketing und baute Speziallösungen für einzelne Branchen auf. Die Übernahme des Cloud-Spezialisten Vlocity für 1,33 Milliarden Dollar, parallel mit dem Rücktritt angekündigt, trägt seine Handschrift: Dieser entwickelt Lösungen fürs Customer Relationship Management (CRM) in Branchen wie Medien und Versicherungen.

Auch in der europäischen Führung stehen Veränderungen an. Miguel Milano, der bei Salesforce das Geschäft außerhalb der USA geleitet hat, übernimmt beim deutschen Softwarehersteller Celonis die Verantwortung für Vertrieb, Partnerorganisation und weitere Bereiche – das Start-up, das mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet ist, rüstet sich für die Internationalisierung. Die Rolle übernimmt Gavin Patterson, bisher Chef des britischen Telekommunikationsanbieters BT Group.

Der Umbruch trifft ein Unternehmen, das finanziell sehr gesund ist: Im Geschäftsjahr 2020 stieg der Umsatz um 29 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar, wobei zwei Übernahmen dazu maßgeblich beitrugen.

Mehr: Tech-Branche: Das Silicon Valley steckt in einer tiefen Vertrauenskrise

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