E-Commerce: Corona-Boom: Amazon wickelt jetzt mehr als die Hälfte des deutschen Onlinehandels ab
Inzwischen hat das Unternehmen in Deutschland 16 Logistikzentren.
Foto: dpaDüsseldorf. Eine einzige Zahl macht schon klar, in welchem Maße Amazon den deutschen Handel beherrscht und die Konkurrenz zu Zwergen macht. Um 11,4 Milliarden Euro ist im vergangenen Jahr der Umsatz gewachsen, der über die Plattform amazon.de abgewickelt wurde. Das sind genau drei Milliarden Euro mehr als otto.de und Zalando gemeinsam insgesamt im selben Jahr umgesetzt haben.
So konnten Amazon und die Händler, die über die Plattform des US-Riesen verkaufen, ihren Umsatz um 36 Prozent steigern und ihren Anteil am gesamten deutschen Onlinehandel auf 53 Prozent ausbauen, wie die Zahlen zeigen, die das Handelsforschungsinstitut IFH exklusiv für das Handelsblatt berechnet hat.
„Das zeigt, wie sauber die Vorarbeit von Amazon in den vergangenen Jahren war, was sie für ein Fundament geschaffen haben, von dem aus die Dominanz immer weiter ausgebaut wird“, sagt Eva Stüber, E-Commerce-Expertin und Mitglied der Geschäftsführung des IFH.
Beim Start in Deutschland war diese Entwicklung noch nicht absehbar. 1998 übernahm das Unternehmen die ABC Bücherdienst GmbH und benannte deren Website telebuch.de einige Monate später in amazon.de um. Ein Jahr später eröffnete Amazon das erste eigene Logistikzentrum in Bad Hersfeld und betrieb anfangs nur Bücherhandel.