Halbleiter: Intel meldet Milliardenverlust und gibt Pläne für Fabrik in Magdeburg auf
San Francisco. Der US-Chipkonzern Intel gibt seine Pläne für eine Fabrik in Magdeburg auf. Geplante Projekte in Deutschland und Polen sollen nicht weiter vorangetrieben werden, um die Produktionskapazitäten zu optimieren, teilte der Konzern am Donnerstagmittag (Ortszeit) mit. Weitere Details wurden bisher nicht genannt.
Eine Anfrage des Handelsblatts zu den Hintergründen der Entscheidung blieb einstweilen unbeantwortet.
Im vergangenen September hatte es noch geheißen, der Fabrikbau werde sich voraussichtlich um zwei Jahre verzögern. Doch seitdem wurde die wirtschaftliche Lage Intels immer schlechter. Der damalige Chef Pat Gelsinger musste das Unternehmen Ende 2024 verlassen. Sein Nachfolger Lip-Bu Tan begann mit einem harten Sparkurs, um die Bilanz in den Griff zu bekommen.
Intel gab das Aus der Pläne in Deutschland zusammen mit den Zahlen für das vergangene Quartal bekannt. Demnach stagnierte der Umsatz im Jahresvergleich bei 12,9 Milliarden Dollar (10,98 Milliarden Euro). Unter dem Strich meldete der Konzern einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar. Grund seien die hohen Kosten für den Konzernumbau. Ein Jahr zuvor hatte das Minus noch 1,6 Milliarden Dollar betragen.
