Halbleiter: Qualcomm bringt KI-Chips für Rechenzentren auf den Markt
San Francisco. Qualcomm steigt mit neuen Chips und Computern in den Markt der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) ein. Das US-Unternehmen stellte am Montag in San Diego zwei entsprechende Chips vor, die ab dem kommenden Jahr erhältlich sein sollen.
Die neuen Halbleiter mit den Namen AI200 und AI250 sind für eine verbesserte Speicherkapazität und die Ausführung von KI-Anwendungen ausgelegt und sollen ab 2026 beziehungsweise 2027 verfügbar sein. Erster Kunde wird das saudische KI-Start-up Humain sein, das ab 2026 die Rechenleistung seines neuen KI-Parks um 200 Megawatt mit den Chips steigern will.
Qualcomm will die neuen Chips entweder einzeln oder im Rahmen von Servern anbieten. Daran hängt auch die Relevanz für den Markt: Wenn die Chips separat verwendet werden, können sie etwa in Geräten eingesetzt werden, die auf Prozessoren von Nvidia oder anderen Konkurrenten basieren. Als vollständiger Server werden sie mit den Angeboten dieser Chiphersteller konkurrieren.
Milliardenschwerer Zukauf
Die Qualcomm-Aktie stieg nach der Ankündigung an der Wall Street in der Spitze um 22 Prozent und verzeichnete damit den größten Tagesgewinn seit mehr als sechs Monaten.
Die weltweiten Investitionen in KI-Chips sind in den vergangenen drei Jahren sprunghaft angestiegen, da Cloud-Anbieter, Chiphersteller und Unternehmen sich beeilen, eine Infrastruktur aufzubauen, die komplexe, große Sprachmodelle, Chatbots und andere generative KI-Tools unterstützen kann. Nvidia-Chips bilden jedoch die Grundlage für einen Großteil des aktuellen KI-Booms.
Um sein KI-Portfolio zu stärken, stimmte Qualcomm im Juni der Übernahme von Alphawave zu, einem Unternehmen, das Halbleitertechnologie für Rechenzentren entwickelt, für etwa 2,4 Milliarden US-Dollar. Im Mai gab Qualcomm außerdem bekannt, dass es kundenspezifische Zentraleinheiten für Rechenzentren herstellen werde, die Technologie von Nvidia nutzen, um eine Verbindung zu den KI-Chips des Unternehmens herzustellen.
Qualcomm erklärte, die neuen Chips unterstützten gängige KI-Frameworks und -Tools mit erweiterter Softwareunterstützung, und gab an, dass sie die Gesamtbetriebskosten für Unternehmen senken würden. Das in San Diego ansässige Unternehmen stellte zudem Beschleunigerkarten und Racks auf Basis der neuen Chips vor. Anfang des Monats kündigte der Konkurrent Intel einen neuen Chip für Künstliche Intelligenz namens Crescent Island für Rechenzentren an, der im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Einstweilen ist die Nachfrage nach KI-Chips so groß, dass sich ein breiteres Angebot für viele Hersteller lohnt.