Insight Innovation: Den Gegner immer im Blick: Wie neue Satellitentechnologie den Ukraine-Krieg beeinflusst
Moderne Technik stellt Bilder zur Verfügung, die früher Geheimdiensten vorbehalten waren.
Foto: Klawe Rzeczy, Maxar, Getty Images
New York, Düsseldorf. Die Gewissheit kommt aus dem Weltall: Satellitenbilder bestätigen am 24. Februar eine Meldung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski: Russische Truppen bewegen sich Richtung Tschernobyl auf den nach wie vor hochradioaktiven Ort der Atomkatastrophe vor 36 Jahren zu.
Nach der kurzen Nachricht auf der Internetplattform Twitter geht in Europa die Sorge vor einem Atomangriff um. Aber zunächst auch die Frage, ob die Meldung überhaupt stimmt.
Dabei kann an diesem Tag das Unternehmen Capella Space in San Francisco weiterhelfen. Mehr als 170 Militärfahrzeuge sind auf ihren Satellitenbildern vom Nachmittag des 24. Februars zu sehen: Panzer, Truppentransporter, Versorgungs-Lkw, die auf Tschernobyl zurollen, wie die US-Firma erklärt.
Mehr als 170 militärische Fahrzeuge wurden am 24.02.2022 etwa 22 Kilometer entfernt von Tschernobyl via Satellitenbild aufgenommen.
Foto: HandelsblattAuf einem Foto sind die russischen Truppen von Präsident Wladimir Putin rund 22 Kilometer vom ehemaligen Atomkraftwerk entfernt. Dann belegen erneute Satellitenaufnahmen, dass Russland Tschernobyl eingenommen hat.
Lange waren Spionagesatelliten eine Domäne von Regierungen und Militärs. Schon 1957 begann ihr Wettlauf ins All: Damals startete die Sowjetunion den ersten künstlichen Erdtrabanten. Nach dem „Sputnik-Schock“ gründeten die USA ihre Raumfahrtbehörde Nasa. Sie fürchteten, technologisch abgehängt zu werden. Heute umkreisen 123 US-Militärsatelliten die Erde. Ihre Daten sind geheim.