Internetkonzern Sea: „Free Fire“: Mit dem beliebtesten Handyspiel der Welt wird Forrest Li zum Börsenstar
Weltweit wurde das Spiel aus Singapur, das in Deutschland nahezu unbekannt ist, sowohl 2019 als auch 2020 so oft auf Smartphones heruntergeladen wie kein anderes.
Foto: HandelsblattBangkok. Steve Jobs steht auf der Bühne, er trägt eine schwarze Robe, hinter ihm weht eine Flagge der Universität Stanford. Der Apple-Gründer ist an den Campus der Elitehochschule gekommen, um vor Absolventen von seinen Adoptiveltern zu erzählen, von seinem Studienabbruch, dem zwischenzeitlichen Rauswurf bei Apple und seiner Krebsdiagnose. Es ist Juni 2005, und zum Abschluss seiner berühmten Ansprache gibt Jobs den Anwesenden noch einen Tipp fürs Leben. „Bleibt hungrig, bleibt verrückt“, sagt er.
Im Publikum sitzt ein junger Student aus China. Er heißt Forrest Li und zeigt sich von der Rede tief beeindruckt. Die Aufzeichnung wird sich der damals Mitte-20-Jährige, der seinen englischen Vornamen in Anlehnung an den Film „Forrest Gump“ selbst gewählt hat, noch Dutzende Male im Internet ansehen.
Inzwischen beschreibt er Jobs‘ Worte als wichtigste Inspiration für seine rasante Gründerkarriere, die in seiner Wahlheimat in Südostasien beispiellos ist: Lis Start-up, das er 2009 mit Freunden gründete, stieg in Rekordzeit zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der 650 Millionen Einwohner großen Region auf. Ein wichtiger Grund dafür ist die Coronakrise.