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iPhone 15Apple macht sein Smartphone heller, schneller und günstiger

Über Jahre hatte Apple seine iPhones immer teurer gemacht. Das iPhone 15 ist nun aber günstiger als der Vorgänger. Dafür könnte ein besonderer Effekt verantwortlich sein.Stephan Scheuer 14.09.2023 - 08:17 Uhr Artikel anhören

Erstes Apple-Smartphone mit USB-C-Anschluss.

Foto: Reuters

San Francisco. Apple-Chef Tim Cook hat das wichtigste Produkt des Unternehmens überarbeiten lassen. Das neue iPhone 15 hat ein helleres Display, ein härteres Titanium-Gehäuse und einen schnelleren Prozessor. Ganz untypisch für Apple ging der Konzern mit den Einstiegspreisen für seine Geräte jedoch sogar nach unten.

Noch vor einem Jahr hatte Apple die Preise in Europa teils kräftig angehoben. Nun machte der Konzern die Produkte etwas billiger. Das günstigste iPhone 15 kostet 949 Euro – 50 Euro weniger als beim 14er-Modell vor einem Jahr.

Das Pro-Einstiegsmodell wird mit 1199 Euro um 100 Euro günstiger, der Preis des großen Pro Max blieb hingegen unverändert bei 1449 Euro. In den USA blieben die Preise weitgehend stabil.

Analyst Francisco Jeronimo vom Marktforscher IDC vermutete hinter dem Schritt eine besondere Strategie von Apple. „Laut unseren Berechnungen behalten Apple-Kunden ihre iPhones immer länger – im Schnitt 36 Monate“, sagte Jeronimo dem Handelsblatt.

Mit der anderen Preispolitik versuche Apple die Kunden zum Umstieg auf moderne Geräte zu bewegen. „Sie bekommen deutlich mehr Leistung, und das zum gleichen oder sogar günstigeren Preis“, sagte Jeronimo.

Das günstigste iPhone 15 kostet 949 Euro.

Foto: AP

Rund 250 Millionen iPhone-Nutzerinnen und Nutzer seien während der vergangenen vier Jahre noch nicht auf ein besseres Modell umgestiegen, sagte Analyst Dan Ives von Wedbush. Die neue Preispolitik von Apple könnte nun dazu führen, dass sich die zögerliche Kundschaft für neue Geräte entscheidet.

Apple stellt das neue iPhone 15 vor

Apple verspricht für die iPhones der Generation 15 zudem verbesserte Leistung. Für alle iPhones der neuen Reihe sollen die Displays eine höhere Helligkeit liefern. Apple verspricht mit 2000 Nits eine doppelt so hohe Helligkeit wie bei der Vorgängergeneration. Damit soll auch bei strahlendem Sonnenlicht das Display des Handys gut lesbar bleiben.

Ein neuer, leistungsfähiger Chip namens A17 zeichnet sich vor allem durch eine neu entwickelte Grafikeinheit aus, die Computerspiele und Videobearbeitung verbessern soll. Dieser kommt aber nur in den Modellen Pro und Max zu Einsatz. Das gilt auch für das Gehäuse aus Titanium. Im Standardmodell iPhone 15 wird dafür der A16-Chip verbaut, der schon bei der Vorgängerreihe zum Einsatz kam.

Das größte und teuerste iPhone-Modell Pro Max werden zudem mit Kameras mit einem speziellen Teleobjektiv ausgestattet, der einen fünffachen optischen Zoom ermöglichen soll. Zudem sollen dreidimensionale Aufnahmen möglich werden, die dann mit der für das kommende Jahr angekündigten Digitalbrille angesehen werden können.

iPhone 15: Apple nutzt erstmals USB-C

Eine wichtige Neuerung für die Nutzerschaft dürfte aber ein Detail sein: Apple verabschiedet sich von seinem Lightning-Anschluss und stellt auf den globalen Standard USB-C um.

Tim Cook lässt sich mit dem neuen iPhone fotografieren.

Foto: AP

„Das sind die besten iPhones, die wir jemals produziert haben“, sagte Cook. Bei der Vorstellung der Geräte in der Firmenzentrale im kalifornischen Cupertino wurde ein zuvor aufgezeichnetes Video vorgeführt. Apple machte rund die Hälfte des Umsatzes von rund 400 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr mit dem iPhone. Damit ist das Smartphone das mit Abstand wichtigste Produkt des Tech-Konzerns.

Vor mehr als einer Dekade hatte Apple den Lightning-Anschluss mit dem iPhone 5 vorgestellt. Schon zur Präsentation im Jahr 2012 gab es viel Kritik. Viele andere Smartphone-Hersteller stellten bereits auf den USB-Anschluss um. Aber Apple hielt an seinem eigenen System fest. Dadurch waren viele Apple-Nutzer gezwungen, spezielles Zubehör für ihre Apple-Geräte zu kaufen, um mit dem Apple-Anschluss kompatibel zu sein.

>> Lesen Sie hier: Wann kommt iOS 17?

In der Zwischenzeit war USB-C zum globalen Standard geworden. Das galt nicht nur für Smartphones, sondern auch für Laptops, Digitalkameras oder Spielekonsolen. iPhones waren die große Ausnahme. In Europa lief die Zeit für den Lightning-Anschluss ohnehin ab. Die Europäische Kommission hat USB-C zum neuen Standard erhoben und eine Frist bis zum Jahr 2024 gesetzt. Nun beugt sich Apple den Regeln – nicht nur in der EU, sondern weltweit.

Apple erwähnte die EU in der Vorstellung nicht. Die zuständige Managerin Kaiann Drance stellte den Wechsel auf USB-C hingegen als eine sinnvolle strategische Entscheidung dar. „USB-C ist ein weltweiter Standard, also bringen wir ihn auch zum iPhone 15“, sagte Drance.

Der Apple-Chef gibt seinen Sonderweg bei den Ladesteckern auf.

Foto: dpa

USB-C bietet nicht nur einen höheren Datendurchsatz, sondern einen höheren Energiedurchsatz. Daten lassen sich also schneller übertragen und der Akku schneller laden. Der neue USB-Anschluss soll einen Durchsatz von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde bieten. Das ist bis zu 20-mal schneller als über den bisherigen Lightning-Anschluss. "Der Umstieg war überfällig", sagte Analyst Jeronimo.

Apple Watch 9 und Apple Watch Ultra 2: Das verspricht die neueste Generation

Tim Cook nutzte die Produktvorstellung auch für eine Überarbeitung der Uhren-Reihe des Unternehmens. Die neueste Generation Apple Watch Series 9 und Apple Watch Ultra 2 bekommen den neuen S9-Chip. Dieser soll eine bessere Leistung bieten. Das Display wird mit einer Leuchtdichte von 3000 Nits etwas heller als die Vorgängergeneration. Ein neuer Ultra-Wideband-Chip soll zudem neue Möglichkeiten bieten, in unübersichtlichen Situationen zu navigieren oder ein verlorenes iPhone zu orten.

Zudem führt Apple eine neue Geste ein. Mittels doppeltem Tippen von Daumen und Zeigefinger sollen Handlungen auf der Apple-Uhr durchgeführt werden können, wie etwa das Annehmen oder Auflegen von Telefonanrufen. „Doubletap“ nennt Apple die Geste.

Apple stattet seine Uhren mit leistungsstärkeren Prozessoren aus.

Foto: Handelsblatt

Die Apple Watch Series 9 kostet im Einstiegspreis 449 Euro. Die Apple Watch Ultra 2 ist ab 899 Euro zu haben.

Anleger enttäuscht von Apples Produktvorstellung

An der Börse wurde die Vorstellung der neuen Produkte von Apple nicht besonders gut aufgenommen. Die Aktie von Apple verlor zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent an Wert. Umsatzrückgänge drohen, da am Lightning-Anschluss unter anderem ein Geschäft mit Zubehör hängt. Stellt Apple nun auf USB-C um, können Kunden einfacher Zusatzgeräte von anderen Herstellern nutzen.

Zudem belasteten Sorgen um Apples wichtigstes Absatzland China die Aktie. In der Volksrepublik könnten Beamten künftig der Kauf und Einsatz von iPhones für Dienstzwecke verboten werden. In sozialen Netzwerken kursierten Fotos von Anweisungen durch Behörden. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die Apple-Aktie hatte nach ersten Berichten über die Entwicklungen in China Ende vergangener Woche jedoch bereits rund sechs Prozent an Wert verloren.

Ärger droht Apple auch in Frankreich. Die Aufsichtsbehörde ANFR droht mit dem Rückruf des drei Jahre alten iPhone 12, da Tests eine elektromagnetische Strahlung über den Grenzwerten angezeigt hätten. Die Behörde wies am Dienstag an, dass Geräte des Modells aus den Verkaufskanälen entfernt werden müssten.

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Wenn Apple die Werte nicht „so schnell wie möglich“ mit einem Update korrigiere, müssten auch die in Frankreich im Umlauf befindlichen Geräte zurückgerufen werden. Apple erklärte am Mittwoch, das Smartphone halte internationale Grenzwerte ein. Überprüfungen durch zahlreiche Staaten hätten dies bestätigt.

Erstpublikation: 12.09.2023, 21:27 Uhr (zuletzt aktualisiert: 13.09.2023, 11:08 Uhr).

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