KI-Chips: Wer Nvidia jetzt gefährlich werden könnte
New York, München. „Absurd und irrational“: Für Forrester-Analyst Glenn O’Donnell ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Aktienkurs von Nvidia einbricht. Der Chipexperte ist überzeugt, dass in den kommenden Jahren andere Tech-Riesen, aber auch Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen konkurrenzfähige eigene Halbleiter für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) anbieten werden. Der Börsenstar werde Marktanteile verlieren.
Seit Jahresbeginn haben sich die Aktien von Nvidia an der Börse um mehr als 60 Prozent verteuert. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar gehört der US-Chipkonzern inzwischen zu den vier wertvollsten börsennotierten Unternehmen, vor Amazon oder der Google-Mutter Alphabet.
Die rechenintensiven KI-Anwendungen laufen auf den Grafikprozessoren von Nvidia, den sogenannten GPUs, schneller als bei der Konkurrenz. Der H100 von Nvidia ist der derzeit begehrteste Chip der Welt mit monatelangen Lieferfristen.
Kein anderes Unternehmen verdient so viel Geld mit dem KI-Boom wie Nvidia. Immer mehr Anleger fragen sich jedoch: „Ist Nvidia auf dem Gipfel des Erfolgs angekommen?“
Der Siegeszug des Unternehmens lockt jedenfalls immer mehr Konkurrenz an. Experten erwarten ein riesiges Geschäft mit KI-Chips in den kommenden Jahren.
„Wir sind unglaublich optimistisch, was die Zukunft der KI angeht“, sagt Jonathan Curtis, Chief Investment Officer beim US-Vermögensverwalter Franklin Templeton. Jeder Teil der kreativen und wissensbasierten Arbeit werde durch KI erweitert oder ersetzt.
Doch wer liefert die Chips dafür? Welche Unternehmen haben das Potenzial, Nvidia den Rang abzulaufen? Konkurrenz bekommt Nvidia-Chef Jensen Huang gleich aus drei Richtungen.