KI: Softbank will offenbar 25 Milliarden Dollar in OpenAI stecken
San Francisco. Der japanische Tech-Investor und Telekommunikationskonzern Softbank führt mit OpenAI offenbar Gespräche über ein Milliardeninvestment. Laut übereinstimmenden Berichten der „Financial Times“ und des „Wall Street Journal“ könnte sich Softbank mit bis zu 25 Milliarden Dollar an dem ChatGPT-Entwickler beteiligen und damit zum größten Geldgeber des Start-ups aufsteigen.
Außerdem könnten in der von Softbank angeführten Finanzierungsrunde weitere Partner an Bord kommen. Insgesamt könnte OpenAI demnach bis zu 40 Milliarden Dollar einnehmen - bei einer Rekordbewertung von bis zu 340 Milliarden Dollar.
Sprecher von Softbank und OpenAI lehnten eine Stellungnahme auf Anfrage des Handelsblatts ab.
Im Oktober wurde OpenAI zuletzt mit 157 Milliarden Dollar bewertet, als das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 6,6 Milliarden Dollar einnahm. Eine annähernde Verdoppelung seiner Bewertung innerhalb weniger Monate wäre selbst für Silicon-Valley-Verhältnisse außergewöhnlich.
100 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Infrastruktur
Softbank und OpenAI sind Partner beim Projekt „Stargate“, das der neue US-Präsident Donald Trump vergangene Woche vorstellte. Es hat das Ziel, 100 Milliarden Dollar für den Bau von Rechenzentren und Infrastruktur für die Entwicklung und den Betrieb von Künstlicher Intelligenz (KI) bereitzustellen.
Insgesamt planen sie, innerhalb von vier Jahren 500 Milliarden US-Dollar zu investieren, erklärten die Unternehmen. Ihre jeweiligen Führungskräfte – Masayoshi Son und Sam Altman – kennen sich seit Langem und teilen ein gemeinsames Interesse an der Weiterentwicklung von KI-Technologie.
Laut den Berichten, die auf Insider-Informationen basieren, könnte Softbank direkt zwischen 15 und 25 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren, zusätzlich zum bereits zugesagten Beitrag von mehr als 15 Milliarden Dollar für das „Stargate“-Projekt.
Dieses Kapital könnte OpenAI demnach für seine eigene, rund 18 Milliarden Dollar schwere Verpflichtung gegenüber „Stargate“ nutzen. Außerdem soll es zur Finanzierung des nach wie vor rote Zahlen schreibenden Kerngeschäfts verwendet werden.
Setzt sich Son durch, hätte das womöglich auch Folgen für den Tech-Konzern Microsoft, der bislang wichtigster Geldgeber für OpenAI war und das Start-up auf eine exklusive Nutzung seines Clouddienstes Azure verpflichtete. Die Partnerschaft hatte sich Insidern zufolge zuletzt abgekühlt, da OpenAI-Chef Altman auf mehr Unabhängigkeit gedrängt hatte.