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KontaktverfolgungDeutsche Corona-Warn-App soll künftig europaweit funktionieren

Die Corona-Warn-App soll künftig mit anderen Apps in europäischen Nachbarländern kommunizieren. Die jüngsten Probleme wurden inzwischen behoben.Stephan Scheuer 27.07.2020 - 17:56 Uhr

Die Smartphone-Anwendung soll helfen, Corona-Infektionsketten schnell zu erkennen und zu unterbrechen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Corona-Warn-App soll künftig auch über die Grenzen Deutschlands hinaus funktionieren. Das kündigte SAP-Chef Christian Klein am Montag an. „Wir arbeiten an einer breiten Verbreitung in Europa“, sagte er. Zurzeit ist der Einsatz auf die Bundesrepublik beschränkt. Die beteiligten Unternehmen SAP und Deutsche Telekom forcieren jedoch eine Lösung, die das Konzept interoperabel mit vergleichbaren Apps in europäischen Nachbarländern machen soll.

Etwa in den Niederlanden oder der Schweiz wird ein ähnlicher Ansatz wie in Deutschland mit einer weitgehend dezentralen Erfassung von Kontakten verfolgt. Künftig soll es möglich sein, dass die unterschiedlichen Apps aus verschiedenen Ländern miteinander kommunizieren. „Zusammen mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten werden wir das Konzept in den kommenden Wochen weiterentwickeln und umsetzen“, kündigte ein SAP-Sprecher an.

Gerade in der Ferienzeit war der Ruf nach europaweiten Lösungen für Corona-Apps laut geworden. Gelingt der Austausch zwischen den Anwendungen, könnten davon Touristen, Geschäftsreisende oder auch Grenzpendler profitieren. „Als europäisches Unternehmen wollen wir dazu beitragen, die Pandemie in ganz Europa zurückzudrängen“, sagte der SAP-Sprecher.

Die Corona-Warn-App für Deutschland war von SAP und Deutscher Telekom im Auftrag der Bundesregierung innerhalb von 50 Tagen entwickelt worden. Seit dem Start Mitte Juni ist sie mehr als 17 Millionen Mal heruntergeladen worden.

In Europa gibt es mehr als ein Dutzend Warn-Apps, die von den einzelnen Ländern vorangetrieben werden. Auch Firmen haben Anwendungen zur Kontaktverfolgung veröffentlicht. „In keinem Land hat eine Corona-App so viele Menschen erreicht“, sagte Klein. „Wir sind sehr stolz. Sie hilft, in Deutschland eine zweite Corona-Welle abzuwenden.“

Probleme auf Apple-Geräten

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland aber wieder deutlich angestiegen. Das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) hatte vor wenigen Tagen vor einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gewarnt. Neben lokal begrenzten Ausbrüchen etwa in Fabriken wies das RKI darauf hin, dass Heimkehrer das Virus aus dem Sommerurlaub erneut nach Deutschland einschleppen könnten.

SAP und die Telekom hatten vor wenigen Tagen einräumen müssen, dass die Warnungen der Corona-App insbesondere auf Apple-Geräten zwischenzeitig nicht zuverlässig funktionierten. Der Grund dafür habe im Apple-Betriebssystem iOS gelegen, hieß es von den Dax-Konzernen. Apple lehnte eine Stellungnahme ab.

Am Samstag wurde die neue Version 1.1.2 der Corona-Warn-App veröffentlicht, die das Problem auf Apple-Geräten behebt. Das Entwicklerteam habe einen Weg gefunden, „die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst hat“, sagte ein Telekom-Sprecher.

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Die Kosten für die Corona-Warn-App belaufen sich zunächst auf rund 70 Millionen Euro. SAP soll nach Angaben des Finanzministeriums rund 9,5 Millionen Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die Entwicklung der App erhalten. Dazu kommen zwei Millionen Euro für die Wartung in diesem und im kommenden Jahr. Die Telekom-Tochter T-Systems soll bis zu 7,79 Millionen Euro (zuzüglich Umsatzsteuer) für die Inbetriebnahme erhalten. Darüber hinaus soll T-Systems für den Betrieb mit zunächst 43 Millionen Euro vergütet werden.

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