Künstliche Intelligenz: Zeigt GPT-5 die Grenzen des Wachstums auf?
San Francisco, Düsseldorf. Die Erwartungen waren hoch, mehrere Verzögerungen steigerten zuletzt die Spannung: Das US-Start-up OpenAI hat am Donnerstag mit GPT-5 sein neuestes Sprachmodell für Künstliche Intelligenz (KI) veröffentlicht. Es bildet künftig die Grundlage für Dienste wie den populären Textroboter ChatGPT, den Unternehmensangaben zufolge zuletzt mehr als 700 Millionen Menschen mindestens einmal pro Woche nutzten.
Für Chef Sam Altman steht viel auf dem Spiel: Mit GPT-5 will er die technologische Vormachtstellung seines Unternehmens im sich aufheizenden KI-Wettlauf absichern.
„Das ist ein großes Upgrade und ein wesentlicher Schritt in Richtung AGI“, sagte Altman im Vorfeld vor Journalisten. Mit AGI (Artificial General Intelligence) ist eine KI gemeint, die der menschlichen Intelligenz mindestens ebenbürtig ist. Das Konzept ist unter Fachleuten umstritten, für Altman jedoch konstitutiver Bestandteil von Vision und Marketingstrategie.
Schon seit 2024 schürt er die Erwartungen mit immer neuen Andeutungen, die insinuieren, dass GPT-5 der allgemeinen Künstlichen Intelligenz bereits sehr nahekomme. In einem Podcast verglich er die Entwicklung des Modells gar mit dem Manhattan-Projekt - also dem Bau der ersten Atombombe. Bei der Präsentation am Donnerstag war davon jedoch keine Rede mehr – stattdessen erscheint das neue Modell wie eine solide Weiterentwicklung der bestehenden Technologie.