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Tech-KonzernCloud-Geschäft lässt Microsoft-Gewinn deutlich steigen

Die hohen Investitionen in KI zahlen sich für den Konzern aus. Vor allem die Erlöse der Datenspeichersparte steigen. Mit seiner Prognose für das laufende Quartal enttäuscht Microsoft jedoch.Felix Holtermann 31.10.2024 - 15:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Microsoft-Chef Satya Nadella: Konkrete Zahlen, wie stark KI zum Wachstum beiträgt, nennt der Konzern weiterhin nicht. Foto: dpa

San Francisco. Ein robustes Cloud-Geschäft hat Microsoft einen erneuten Wachstumsschub beschert. Durch die Erweiterung der Produkte um Künstliche Intelligenz (KI) gewinne der Softwarekonzern neue Kunden, sagte Firmenchef Satya Nadella am Mittwoch.

„KI treibt den Wandel in allen Arbeitsfeldern und Geschäftsbereichen“, erklärte Nadella bei der Quartalskonferenz. Der Konzern wachse so schnell wie nie zuvor.

Tatsächlich stiegen die Umsätze im abgelaufenen Quartal überraschend deutlich um 16 Prozent auf 65,6 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um elf Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar zu. Beides übertraf die Erwartungen der Analysten.

Zunächst reagierten die Papiere jedoch mit Verlusten. Nachdem die Microsoft-Aktien im nachbörslichen Handel erst um etwa zwei Prozent zugelegt hatten, lagen sie zum Börsenstart am Donnerstag etwa fünf Prozent im Minus.

Zurückzuführen war das laut Beobachtern auf eine leicht unter der Erwartung liegende Umsatzprognose für das laufende Quartal von 68,1 bis 69,1 Milliarden Dollar.

Größter Wachstumstreiber war das sogenannte Cloud-Geschäft. In einer Cloud können Unternehmen und Privatleute ihre Daten speichern. So wuchs der Umsatz der Rechenzentrumssparte Azure im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent. Auch das übertraf die Analystenprognosen. Der entsprechende Geschäftsbereich des Konkurrenten Google wuchs mit 35 Prozent noch ein wenig schneller, wie der Suchmaschinenriese am Dienstag verkündet hatte.

Cloud-Geschäft wächst dank KI

Konkrete Zahlen, wie stark KI zum Konzernwachstum beiträgt, nennt Microsoft weiterhin nicht. Allerdings betonte Nadella am Mittwoch, dass sie auch die Nachfrage in der Cloud-Sparte anschiebe. Azure verfüge schon heute über Rechenzentren in über 60 Regionen weltweit, und: „Wir expandieren weiter.“

Dabei setze man auch auf „Infrastruktur der nächsten Generation“. So sei Microsoft der erste Cloud-Anbieter, der die neue Generation von KI-Spezialchips („Blackwell“) des Entwicklers Nvidia an den Markt bringe. Die Nutzung der KI-Angebote auf Azure habe sich „in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelt, da Kunden neue Anwendungen von der Test- in die Produktionsphase überführen“, so Nadella weiter.

Microsoft hat gute Quartalsergebnisse abgeliefert.
Analysten der Großbank Citi

Neue KI-Modelle, etwa die Unterstützung des Flaggschiffmodells „o1“ des Partnerunternehmens OpenAI, sollen die Kunden auch künftig bei der Stange halten. Hinzu komme die Unterstützung durch neue KI-Agenten, die immer mehr Aufgaben autonom übernähmen, etwa im Coding. Nadella verwies auf die Microsoft-eigene Programmierplattform Github.

Deren KI-Agenten würden uns künftig immer mehr Arbeitsschritte abnehmen, hatte Github-Chef Thomas Dohmke am Dienstag im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt. „In der Softwareentwicklung experimentieren wir schon seit Jahren mit Copiloten. Ursprünglich haben diese einzelne Wörter, später ganze Zeilen ergänzt.“ Künftig schreibe die KI komplette Programmcodes: Dann könnten auch unerfahrene Benutzer neue Produkte, Apps oder Websites bauen, indem sie dem Copiloten die gewünschten Funktionen in den Block diktierten.

Kostentreibende Investitionen

Klar ist: Die Investitionen in die KI-Zukunft treiben die Kosten. Daher stiegen die Kapitalausgaben bei Microsoft im vergangenen Quartal um etwa drei Viertel auf 20 Milliarden Dollar – laut dem Konzern vor allem, um die Nachfrage nach KI- und Cloud-Angeboten zu befriedigen. Ursprünglich hatte Microsoft nur gut 15 Milliarden Dollar an Ausgaben angepeilt.

80
Milliarden Dollar
wird Microsoft in diesem Geschäftsjahr in neue KI-Rechenzentren investieren.

Schätzungen zufolge wird Microsoft im angelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 weitere 80 Milliarden Dollar in den Auf- und Ausbau neuer KI-Rechenzentren stecken, das wäre fast dreimal so viel wie im abgelaufenen Finanzjahr. Bei der Google-Mutter Alphabet waren die Investitionen im abgelaufenen Quartal um 62 Prozent auf 13 Milliarden Dollar gestiegen.

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„Microsoft hat gute Quartalsergebnisse abgeliefert“, lobten die Analysten der Großbank Citi. Vor allem das Firmenkunden- und Cloud-Geschäft entwickle sich erfreulich, hinzu komme die „starke operative Disziplin“ mit Betriebskosten von 14,9 Milliarden Dollar. Sie seien um nur drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, obwohl man mit höheren Kosten gerechnet habe, so die Analysten. Citi erwartet daher einen weiteren Anstieg der Aktie.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters

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