Risikokapitalfirma Accel: Top-Investor Nelis: „Deutschland hat sehr viele interessante Tech-Start-ups – vielleicht mehr als jedes andere Land in Europa“
„Die fundamentalen Kennzahlen für Investoren sind Umsatz, Wachstum und Profitabilität.“
Foto: picture alliance / Jan HaasDüsseldorf. Viele US-Wagniskapitalgeber entdecken Europa gerade als Hort der neuen Start-up-Chancen. Accel ist hier schon seit 20 Jahren vor Ort. Als größter Investor des sozialen Netzwerks Facebook bekannt geworden, investiert die erfolgreiche Risikokapitalfirma heute vor allem in Software für Unternehmen.
Harry Nelis, Partner der Firma in London, hat zum Beispiel die Beteiligungen an Celonis und Personio aus München ausgehandelt. Im Interview spricht er unter anderem über den Standort Deutschland – und erklärt, warum Investoren eine Milliardenbewertung allein nicht zufriedenstellt.
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Nelis, Sie haben mit Sennder und Personio gleich zwei Start-ups im Portfolio, die gerade Milliardenbewertungen erreicht haben. Warum bringt Deutschland plötzlich so viele aussichtsreiche Techfirmen hervor?
Die Start-up-Erfahrung in Deutschland hat enorm zugenommen. Als wir vor 15 Jahren erstmals dort investiert haben, gab es zwar schon Wiederholungsgründer. Aber ihre Mitarbeiter waren Start-up-Neulinge. Heute haben auch die Manager und Topingenieure schon für andere Start-ups gearbeitet und wissen, worauf es ankommt.
Accel hat 2006 in den T-Shirt-Shop Spreadshirt investiert, 2007 in das Vergleichsportal Check24 und den Spieleanbieter Gameforge. Dann folgten zehn Jahre ohne deutsche Deals. Warum?
Zunächst gab es in Berlin vor allem Gründer, die US-Geschäftsmodelle kopiert haben – das gesamte Rocket-Internet-Ökosystem, aus dem etwa Zalando hervorging. Viele interessante Firmen sind aus unserer Sicht entstanden, als deren Ingenieure und Marketingexperten anfingen, ihr eigenes Ding zu machen – zum Beispiel Unternehmenssoftware.