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Christian Klein: Gute Performance, schlechte Stimmung. Foto: Bert Bostelmann / bildfolio für Handelsblatt, Imago [M]

SAPDie riskante Strategie des Christian Klein

SAP ist an der Börse so wertvoll wie nie. Doch hinter der Börsenfassade häufen sich die Probleme: Die Unzufriedenheit der Kundschaft wächst, Beschäftigte ärgern sich, technologisch wächst die Konkurrenz. Die fünf größten Probleme.Christof Kerkmann 10.04.2024 - 16:37 Uhr
  • Zweistellige Steigerung des Gewinns bis 2025: Die ehrgeizigen Ziele von SAP-Chef Christian Klein sorgen für Spannungen im Unternehmen.
  • Kampf mit Bürokratie und mangelnder Innovation: Wie der Softwarehersteller mit Konkurrenzdruck, künstlicher Intelligenz und zögernden Kunden umgeht.
  • „Wir sollten uns nicht mit anderen Dax-Konzernen vergleichen“, sagt dazu der SAP-Chef. Das große Interview mit Christian Klein lesen Sie hier.

Düsseldorf. Der Blick auf die Kurstafel müsste für Euphorie sorgen. Seit Wochen erreicht die Aktie von SAP einen Rekord nach dem anderen, mehr als 210 Milliarden Euro beträgt der Börsenwert – so viel erreicht kein anderes Unternehmen in Deutschland. Doch als der Softwarehersteller Mitte März auf dem Campus in Walldorf in einer Kantine zum „Global Employee Meeting“ lädt, herrscht stattdessen: Ärger.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen dem Vorstand um Christian Klein zahlreiche Fragen, teils in einem scharfen Ton. Warum müssen alle wieder ins Büro kommen, wo sie doch das Rekordergebnis im vergangenen Jahr größtenteils aus dem Homeoffice heraus erarbeitet haben? Warum gibt es noch so wenig Details zum Abbau von 8000 Stellen? Und warum gleicht die Gehaltsrunde mit einem Plus von 2,7 Prozent bestenfalls die Inflation aus?

Zwar profitieren die meisten SAPler vom Börsenboom, rund 75 Prozent besitzen Aktien ihres Arbeitgebers. Trotzdem ist die Unzufriedenheit in vielen Bereichen spürbar, heißt es im Konzern. Nicht nur in der Mitarbeiterversammlung: „An den Kantinentischen schwappt viel schlechte Laune rein“, sagt ein Vertreter aus der älteren Generation. Echte Begeisterung sei kaum zu spüren, „es gibt viel Dienst nach Vorschrift“, beobachtet eine Führungskraft. Am besten sei die Stimmung noch in der Kohorte ab 55 – viele hoffen auf das neue Vorruhestandsprogramm.

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