Silicon Valley: Das kühne Stadtprojekt der Tech-Elite
Solano County. Es ist ein warmer Herbsttag, als Jan Sramek seinen Elektro-Pick-up auf eine einsame Landstraße in Solano County, Kalifornien, steuert. Er fährt rechts ran und weist über eine trockene Brache. „Es ist riesig, nicht wahr?“, sagt Sramek und lächelt.
Vor ihm liegt sein Land – oder vielmehr das seines Unternehmens. Ein Areal östlich des berühmten Weinanbaugebiets Napa Valley, etwas mehr als halb so groß wie das der Stadt San Francisco. Derzeit ist dort im Grunde nichts. Schnurgerade Straßen, Masten mit Stromleitungen, ein schmaler Wasserlauf, braune Erde.
Sramek, der seine Karriere als Investmentbanker bei Goldman Sachs begann, will hier eine Stadt für bis zu 400.000 Menschen errichten. Lebenswert, grün und vor allem erschwinglich. Dicht bebaut nach europäischem Vorbild, damit die Einwohner im Alltag viel zu Fuß erledigen können.
Mit Parks, einer künstlichen Lagune und Zehntausenden Arbeitsplätzen. Es soll nicht irgendeine Kommune werden, sondern eine Modellgemeinschaft für Kaliforniens Zukunft. Daher der Name: „California Forever“.
Srameks Unternehmen ist eines der ungewöhnlichsten Start-ups des Silicon Valley. Seine Vision mag wie das typisch überschwängliche Gepose eines Gründers klingen, ist aber tatsächlich ernst gemeint – und schon zu großen Teilen ausfinanziert.