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Smartphone-Hersteller Samsung droht den Anschluss zu verlieren

Der koreanische Smartphone-Riese leidet unter sinkenden Preisen für Speicherchips. Analysten befürchten, dass Samsung abgehängt werden könnte.
30.01.2020 Update: 30.01.2020 - 10:33 Uhr Kommentieren
Das operative Ergebnis ist im vierten Quartal um 34 Prozent auf umgerechnet 6,13 Milliarden Dollar eingebrochen. Quelle: Reuters
Samsung

Das operative Ergebnis ist im vierten Quartal um 34 Prozent auf umgerechnet 6,13 Milliarden Dollar eingebrochen.

(Foto: Reuters)

Tokio Hätte es noch einen Beweis gebraucht, welche Ausnahmestellung Apple in der IT-Industrie genießt, dass hätte ihn ausgerechnet Konkurrenz Samsung mit seiner neuen Jahresbilanz erbracht. Während Apple neue Rekordzahlen vorlegte, brachen Umsatz und Gewinn des koreanischen Konzerns ein. Samsungs Umsatz sank 2019 um 5,3 Prozent auf 230,4 Billionen Won (177 Milliarden Euro), teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Betriebsgewinn sackte sogar um 52 Prozent auf 27,8 Billionen Won (21,3 Milliarden Euro) ab, der Reingewinn immerhin noch um 51 Prozent auf 21,7 Billionen Won (16,7 Milliarden Euro). Allerdings machte der Konzern Hoffnung auf eine Wende.

Zwar warnte das Unternehmen vor unsicheren Konjunkturaussichten weltweit, blieb aber in seiner Presseerklärung trotz der Virus-Epidemie in China optimistisch. „Für das Jahr 2020 erwartet Samsung eine Verbesserung der allgemeinen Geschäftsleistung.“ Denn die Bedingungen für Speicherchips würden sich wegen der wachsenden Nachfrage von Datenzentren und 5G-Smartphones verbessern.

Samsung hängt vom Chipgeschäft ab

Der weltweit größte Smartphonehersteller ist nach wie vor stark abhängig vom Speicherchipmarkt. Früher trieben Smartphones Samsung zu immer neuen Rekorden. Doch inzwischen ist deren Gewinnspanne von mehr als 20 auf weniger als zehn Prozent gefallen. Geld verdient der koreanische Riese vor allem mit kleinen Dram-Arbeitsspeichern und den permanenten Nand-Datenspeichern.

Im Rekordjahr 2018 trieb der Höhenflug der Halbleiterpreise die Gewinnmarge der Chipsparte auf 51 Prozent. Damals machten Speicherchips 75 Prozent des Samsung-Gewinns aus, obwohl sie nur 35 Prozent des Umsatzes erwirtschafteten. 2019 überstieg aber das Angebot die Nachfrage, was die Preise für Chips und damit die Profitspanne Samsungs auf nur noch 21,5 Prozent drückte.

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    Selbst der bessere Umsatz der Haushalts- und Unterhaltungselektronik und der Mobilsparte konnten dieses Stottern des Gewinnmotors nicht kompensieren. Bildschirme, bei denen Samsung ebenfalls einer der Marktführer ist, spielten mit immer noch niedrigen Gewinnspannen weder positiv noch negativ eine große Rolle.

    Für 2020 hoffen die Koreaner auf bessere Zeiten. Doch die Analysten vom Wertpapierhaus der japanischen Finanzgruppe Mizuho sind optimistischer. „Wir glauben, dass der globale Dram-Markt bis wenigstens 2021 eine enge Bilanz zwischen Angebot und Nachfrage erleben wird“, sagt Mizuho-Experte Marcus Shin. Denn mit den neuen 5G-Smartphones steigt der Bedarf für Arbeitsspeicher.

    Die Preise für permanente Datenspeicher könnten nach einer Erholung in diesem Jahr zwar wieder fallen, orakelt Shin. Aber der Dram-Boom könnte diesen Trend mehr als wettmachen. Und das ist eine gute Nachricht für Samsung: Denn als Marktführer profitiert der Konzern generell stärker als seine Rivalen von steigenden Preisen.

    Mit 5G droht ein Wachwechsel in der Smartphone-Marktführerschaft

    Der 5G-Boom bedeutet allerdings für Samsung auch ein Dilemma: Er wirkt sich positiv auf das Speicherchipsegment aus, belastet aber Samsungs Smartphonegeschäft. Die Mobilsparte mag zwar 2020 mit ihren teuren faltbaren Handys ihre Umsätze und Gewinne wieder erhöhen. Aber im neuen Marktsegment der 5G-Handy haben die Koreaner schon 2019 ihre Marktführerschaft an Huawei aus China verloren. Und die Experten von Mizuho sagen voraus, dass Samsungs Rückstand noch wachsen wird.

    Im Basisszenario von Mizuho wird Huawei im Jahr 2020 mit 100 Millionen 5G-Handy knapp vor Apple die Führung übernehmen. Den Absatz von Samsung schätzen die Experten auf gerade einmal 40 Millionen Geräte. In den folgenden Jahren trauen die Mizuho-Analysten Apple sogar zu, an Huawei vorbeizuziehen. Nur rangiert Samsung in dieser Prognose auch dann nur auf dem dritten Platz.

    Mehr: Roh Tae Moon übernimmt die wichtige Mobilfunksparte bei Samsung. Diese gerät durch Wettbewerber immer stärker unter Druck.

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