Deal mit Vodafone: Ralph Dommermuth befreit 1&1 aus der 5G-Falle
Der Vodafone-Deutschlandchef (l.) und der 1&1-Gründer (M.) kooperieren bei 5G, der Chef der Telefónica Deutschland bleibt außen vor.
Foto: IMAGO/Political-MomentsDüsseldorf. Ralph Dommermuth ist in der Telekommunikationsbranche als gewiefter Verhandler bekannt. Am Mittwoch machte er mal wieder klar, warum: Laut einer Ad-hoc-Mitteilung hat sein Unternehmen 1&1 mit dem Konkurrenten Vodafone einen „exklusiven“ Vertrag geschlossen. Inhalt sei eine „National Roaming Partnerschaft“ über bis zu 18 Jahre.
Konkret rücken die Unternehmen in der Folge eng zusammen: Dommermuths knapp zwölf Millionen Kunden dürfen spätestens ab 1. Oktober kommenden Jahres neben der 1&1-Infrastruktur zusätzlich das gesamte Mobilfunknetz Vodafones benutzen – also 2G, 4G (LTE) und die derzeit schnellsten 5G-Verbindungen. Diese werden für Kunden, die sich für einen Mobilfunkvertrag interessieren, immer wichtiger. Die Anbieter können deshalb für 5G-Zugänge höhere Preise verlangen.
1&1 zahlt Vodafone für den Zugang einen Festpreis je Prozentpunkt der Netzleistung, die es in Anspruch genommen hat. Diese Preise werden jedes Jahr neu festgesetzt. Bislang setzte 1&1, das selbst nur über ein sehr dünnes Handynetz verfügt, auf eine Roaming-Vereinbarung mit Telefónica Deutschland (O2). Sie war im Zuge von Zwangsmaßnahmen der EU-Kommission entstanden und entsprechend verbissen verhandelt worden.