United Internet: 5G-Netzaufbau von 1&1 wird zum Debakel
Der Milliardär hat harte Monate hinter sich.
Foto: Michael Englert für HandelsblattHamburg. 14,80 Euro. So niedrig wie am vergangenen Mittwochabend notierte die Aktie von United Internet seit über zehn Jahren nicht mehr. Für Ralph Dommermuth, Gründer und CEO der Internet- und Telekomholding aus Montabaur, war damit auch persönlich ein neuer Tiefpunkt erreicht.
Der Multimilliardär hatte Ende 2021 damit begonnen, die Mehrheit an seinem Konzern zurückzukaufen. Zu deutlich höheren Kursen, versteht sich. Verantwortlich für den Kursverfall – minus 50 Prozent allein in den vergangenen zwölf Monaten – ist ein steter Glaubwürdigkeitsverlust.
United Internet erlebt eine der größten Krisen der Unternehmensgeschichte. Mit großer Geste hatte Dommermuth angekündigt, mit seinem Unternehmen 1&1 ein viertes, besonders leistungsfähiges Mobilfunknetz für Deutschland bauen zu wollen.
Das 5G-High-Speed-Konzept, das auf der neuartigen Open-Ran-Technologie beruht, sollte Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica die Margen streitig machen. Bislang muss Dommermuth sich auf deren Netzen einmieten. Allein bei Telefónica kann er bis zu 30 Prozent der Mobilfunkkapazität abrufen.
Doch die geplante Emanzipation harrt noch immer ihrer Umsetzung. Das Gros der Wegmarken beim Ausbau des Handynetzes, zu denen sich 1&1 gegenüber der Bundesnetzagentur verpflichtet hatte, hält das Unternehmen auch im laufenden Jahr nicht ein. So funkten zum Jahreswechsel nur fünf 5G-Masten – von 1000, die zugesagt waren. Entsprechend blank liegen die Nerven der Führungsriege.