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Vorläufige Jahresbilanz Gewinnzuwachs dank Pandemie: Samsung profitiert von Coronakrise

Der Homeoffice-Boom zieht Südkoreas IT-Riesen aus dem Verlusttal. Doch der schwache Dollar und eine mögliche Haft für den Konzernchef überschatten die Erholung.
08.01.2021 - 04:44 Uhr Kommentieren
Smartphones und Fernseher sind gefragte Produkte in der Pandemie, wovon Samsung profitiert. Quelle: AFP
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Smartphones und Fernseher sind gefragte Produkte in der Pandemie, wovon Samsung profitiert.

(Foto: AFP)

Tokio Südkoreas größter Konzern, Samsung Electronics, trotzt der Coronakrise mit einem soliden Quartalsgewinn zum Jahresende. In seiner üblichen ersten Schätzung des Bilanzergebnisses kündigte der Smartphone-, Display- und Chip-Riese einen operativen Gewinn von neun Billionen Won (6,7 Milliarden Euro) für das Weihnachtsquartal an. Dies wären 26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 61 Billionen Won (45,4 Milliarden Euro). Der Konzern profitierte wie andere Elektronik- und Internetkonzerne davon, dass wegen der Corona-Pandemie mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Als einer der Marktführer für Smartphones, Fernseher, Speicherchips und Displays für Handys profitiert der Konzern von der Nachfrage nach Hitprodukten in der Pandemie.

Den Reingewinn und die Ergebnisse für die einzelnen Sparten des Mischkonzerns wird Samsung zwar erst mit der ordentlichen Quartalsbilanz Ende Januar veröffentlichen. Aber mit der Schätzung ist jetzt schon klar, dass Samsung die Coronakrise nutzt, um vergangene Gewinneinbrüche hinter zu sich lassen.

Weil 2019 die bis dahin sehr hohen Preise für Speicherchips stark fielen, halbierte sich im Jahr vor der globalen Pandemie auch der Betriebsgewinn. 2020 stieg er wieder um 29 Prozent auf 36 Billionen Won an. Denn zum einen stabilisierte die hohe Nachfrage nach IT-Produkten auch die Chip-Preise, zum anderen legte das Geschäft mit Smartphones und Fernsehern zu. Samsungs Gewinnmarge hat sich damit voraussichtlich von zwölf auf 15 Prozent erholt.

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    Schwacher Dollar senkt Gewinne

    Doch inzwischen droht dem Konzern ein neues Risiko: der starke Fall des Dollars. Seit März 2020 verlor die US-Währung gegenüber dem koreanischen Won 14 Prozent an Wert. Dies senkt für Samsung den Gewinn bei Exporten und bei der Umrechnung von Gewinnen in den USA.

    Besonders stark wirkte sich das bereits im vierten Quartal aus, in dem der Dollar stärker schwächelte. Der Umsatz fiel im Vergleich zum dritten Quartal um neun Prozent, der Betriebsgewinn gar um 27 Prozent.

    Zudem drohen dem Konzern juristisch schwere Rückschläge: Der Konzernerbe und neue Verwaltungsratsvorsitzende Lee Jae Yong war zwar 2019 vorzeitig auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine Haftstrafe wegen Korruption und Veruntreuung absaß.

    Dem Samsung-Chef droht eine erneute Haft. Quelle: AP
    Lee Jae Yong

    Dem Samsung-Chef droht eine erneute Haft.

    (Foto: AP)

    Aber wenn im laufenden Berufungsverfahren das Strafmaß wieder erhöht wird, muss er womöglich erneut ins Gefängnis. Am 30. Dezember forderten die Staatsanwälte eine neunjährige Haftstrafe für den 52-jährigen Samsung-Chef. Lee versucht mit Reformen der Unternehmensführung und zur Schau gestellter Nachdenklichkeit das Schlimmste zu verhindern.

    „Ich stehe hier reumütig“, sagte Lee kurz vor der Jahreswende vor Gericht. Zum Zeitpunkt der Vorwürfe im Jahr 2015 sei sein Vater, der im vergangenen Jahr verstorbene Samsung-Patriarch Lee Kun Hee, bereits schwer erkrankt im Krankenbett gewesen. Lee Jae Yong wäre daher verwirrt gewesen und hätte sich auf Deals mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye eingelassen. 

    Lee wird nicht nur vorgeworfen, Aktienpreise bei Firmenfusionen zu seinen Gunsten manipuliert zu haben, mit denen er seine Macht in der Samsung-Gruppe sicherte. Die Staatsanwälte werfen ihm zudem vor, auf Bitte von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye massive Summen an eine Vertraute der Staatschefin gezahlt zu haben, um sich amtliches Wohlwollen für seine umstrittenen Finanztransaktionen zu sichern.

    „Wenn es jetzt wäre, hätte ich nie so gehandelt“, versprach er. „Ich möchte ein guter Sohn für meinen Vater sein, den ich respektiere und schätze, indem ich ein neues Samsung aufbaue, das der nationalen Würde entspricht.“ 

    Noch ist unklar, ob er mit dieser Verteidigungsstrategie bei den Richtern auf Gehör stößt. Samsung steht damit ein weiteres Jahr der Unsicherheiten ins Haus. Die Anleger schüttelten die Sorgen aber vorerst ab: Am Freitagvormittag stieg Samsungs Aktienkurs um 1,5 Prozent auf 84.200 Won.

    Mehr: Asiens bester Aktienmarkt Südkorea strebt auch 2021 neue Rekorde an

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