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Googles KI-ChipsWird Meta Nvidia als Halbleiteranbieter ersetzen?

Google will seine Chips als Alternative zu Nvidia positionieren. Nun steht der Konzern laut einem Bericht vor einem Großauftrag – und setzt die Aktie des Konkurrenten unter Druck.Stephan Scheuer 26.11.2025 - 11:58 Uhr Artikel anhören
KI-Chip von Google: Der mögliche Deal käme nach einer Reihe von Milliardeninvestitionen der Tech-Branche in KI-Infrastruktur. Foto: via REUTERS

Düsseldorf. Google treibt den Verkauf seiner selbst entwickelten KI-Chips voran und steht offenbar kurz vor einem Großauftrag von Meta. Die Facebook-Muttergesellschaft verhandelt einem Bericht des Nachrichtenportals „The Information“ zufolge über den Einsatz von Googles Tensor-Prozessoren in ihren Rechenzentren.

Der Markt für KI-Spezialchips wird seit Jahren von Nvidia dominiert. Die Grafikprozessoren des US-Konzerns gelten als Branchenstandard für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle – nicht nur bei Meta, sondern auch bei OpenAI, Microsoft oder Amazon.

Google arbeitet zwar schon seit mehr als einem Jahrzehnt an eigenen Chips, den Tensor Processing Units (TPU). Doch die TPUs kamen bislang fast ausschließlich in den eigenen Rechenzentren zum Einsatz. Nun öffnet Google die Technologie für externe Kunden und versucht, sich als Alternative zu Nvidia zu positionieren.

Nvidia-Aktie gibt nach

Die Aktie von Nvidia lag am Dienstag im frühen US-Handel rund sechs Prozent im Minus. Die Aktie der Google-Muttergesellschaft Alphabet notierte hingegen etwa drei Prozent im Plus.

Google hatte selbst kürzlich 40 Milliarden Dollar für neue Rechenzentren in Texas angekündigt, während Oracle Deals mit Meta und OpenAI im Wert von zusammen mehr als 300 Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Meta hatte bereits im August einen Cloud-Computing-Vertrag über zehn Milliarden Dollar mit Google unterzeichnet.

Eine Vereinbarung würde dazu beitragen, TPUs als Alternative zu den Chips von Nvidia zu etablieren. Im Oktober hatte Google bereits einen Vertrag zum Verkauf von TPU-Chips an das KI-Start-up Anthropic bekannt gegeben. Das KI-Start-up kündigte an, bis zu eine Million Google-TPUs zu nutzen, ein Paket im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

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Wie Meta und Google kooperieren

Meta und Google arbeiten bereits zusammen. Beide Unternehmen hatten erst vor wenigen Wochen eine Vereinbarung über mehr als zehn Milliarden Dollar geschlossen, damit Meta über Jahre hinweg Rechenleistung, Speicher und Netzwerkdienste der Google-Cloud nutzt.

Im Hintergrund laufen zudem Gespräche über weitere Formen der Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz. Nach Informationen von „The Information“ prüft Meta, Googles neueste Gemini-Modelle in Teilen des eigenen Werbegeschäfts einzusetzen. Konkret gehe es darum, Geminis Fähigkeiten zur Analyse und Zusammenfassung von Inhalten für Metas Empfehlungs- und Anzeigensysteme zu testen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg: Für das kommende Jahr Gesamtinvestitionen in Höhe von mehr als 100 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Foto: AP

Mitarbeiter des Konzerns diskutieren laut dem Bericht, Googles Modelle mit eigenen Werbedaten zu verfeinern, um die Qualität der Anzeigenplatzierung zu verbessern. Für Google wäre ein solcher Einsatz ein weiterer Beleg dafür, wie weit der Konzern seine KI-Modelle in den vergangenen zwölf Monaten verbessert hat.

Während Nvidia auf universelle Grafikprozessoren setzt, die ursprünglich für die Berechnung von Bildern entwickelt wurden und sich später als ideal für das Training großer KI-Modelle erwiesen, verfolgt Google einen anderen Ansatz.

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Was die Chips von Google auszeichnet

Die TPUs des Konzerns sind Spezialchips, die ausschließlich für KI-Aufgaben gebaut wurden, besonders für das Ausführen fertiger Modelle. Dadurch arbeiten sie bei vielen Anwendungen schneller und energieeffizienter, sind aber stärker an Googles eigenes Software- und Cloud-Ökosystem gebunden.

Analysten sehen Meta deshalb als logischen Interessenten. „Metas mögliche Nutzung der Google-TPUs zeigt, dass Anbieter großer Sprachmodelle zunehmend auf Google als zweiten Chip-Lieferanten zurückgreifen“, schreiben Mandeep Singh und Robert Biggar von Bloomberg Intelligence.

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Angesichts der von Meta-Chef Mark Zuckerberg für das kommende Jahr in Aussicht gestellten Gesamtinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Dollar erwarten die Analysten, dass rund die Hälfte davon in KI-Chips fließen könnte. Zudem könne der Deal Google helfen, sein eigenes KI-Modell Gemini stärker zu verankern, argumentierten die Analysten.

Zugleich könnte der Vorstoß die Nachfrage nach Googles Cloud-Diensten erhöhen. „Der Verbrauch und der Auftragsbestand der Google Cloud könnten schneller wachsen als bei anderen Hyperscalern, weil immer mehr Unternehmenskunden TPUs und Gemini-Modelle direkt auf der Google-Cloud nutzen wollen“, so die Analysten weiter.

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Mit Agenturmaterial

Erstpublikation: 25.11.2025, 07:20 Uhr.

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