KI: 44 Unternehmenschefs fordern eine Pause für den AI Act der EU
Brüssel. Der AI Act der EU stößt bei Europas Unternehmen auf Widerstand. 44 Unternehmenschefs haben am Donnerstag in einem offenen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefordert, die Umsetzung der Vorgaben für Künstliche Intelligenz (KI) um zwei Jahre zu verschieben, berichtet die „Financial Times“ (FT).
Die Vorschriften seien in Teilen unklar, an anderen Stellen würden sie sich widersprechen. Damit gefährde der AI Act die Wettbewerbsfähigkeit der EU im globalen Wettbewerb.
Viele große europäische Unternehmen haben den Brief unterzeichnet, neben dem Flugzeugbauer Airbus auch die französische Großbank BNP und der niederländische Gesundheitskonzern Philips. Organisiert wurde das Schreiben von der „EU AI Champions Initiative“ – einer Lobbygruppe, die branchenübergreifend rund 110 EU-Unternehmen vertritt.
Auch aus den USA war die Regulierung der EU für KI zuletzt scharf kritisiert worden, besonders von den US-Tech-Konzernen, aber auch von der Regierung um US-Präsident Donald Trump.
Am Mittwoch hatte sich die EU in Brüssel erneut mit den US-Tech-Konzernen ausgetauscht. Darin sei es unter anderem darum gegangen, wie die Vorgaben abgeschwächt werden könnten, berichtet die FT.
Zur Diskussion steht ein „KI-Verhaltenskodex“, der für Modelle wie Gemini (Google), Lllama (Meta) und GPT-4 (Open AI) gelten soll. Die Veröffentlichung war zuletzt immer wieder verschoben worden. Bis August soll der Verhaltenskodex stehen. Viele weitere Vorgaben des AI Acts sollen allerdings erst in den kommenden Jahren in Kraft treten.