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KIOpenAI, Perplexity und Google buhlen mit Rabatten um Indiens Nutzer

ChatGPT und Co. sind in Indien beliebt, doch Tech-Firmen machen kaum Umsatz mit KI-Modellen. Nun wollen sie mit Billig-Abos punkten – der Markt umfasst etwa 850 Millionen potenzielle Kunden.Mathias Peer 20.08.2025 - 15:19 Uhr Artikel anhören
OpenAI-Chef Sam Altman hat große Ambitionen in Indien. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Bangkok. Wenn sich OpenAI-Chef Sam Altman über Indien äußert, gerät er regelmäßig ins Schwärmen. Es sei beeindruckend zu beobachten, was im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in dem Land geschehe, schrieb er etwa im April. Mit einer „Explosion der Kreativität“ übertreffe Indien den Rest der Welt. Anfang August ergänzte er: „Was die Bürger Indiens mit KI zustande bringen, ist wirklich bemerkenswert.“

Altmans Unternehmen profitiert von der KI-Begeisterung im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Das Wachstum in Indien sei „unglaublich schnell“, sagte er bei der Vorstellung des neuen Modells seines Chatbots, ChatGPT 5. Indien sei derzeit der zweitgrößte Markt für OpenAI nach den USA, „und es kann durchaus unser größter werden“, fügte er hinzu. Das Problem für ihn und andere Tech-Konzerne: Die KI-Modelle sind zwar äußerst beliebt, werfen aber kaum Erlöse ab.

Am Dienstag stellte OpenAI daher ein neues Billig-Abo für ChatGPT vor, das sich gezielt an die etwa 850 Millionen indische Internetnutzerinnen und -nutzer richtet. Auch Wettbewerber wie Google und das US-Start-up Perplexity gehen in die Offensive. Sie kündigten in den vergangenen Wochen an, ihre anderswo kostenpflichtigen KI-Profi-Angebote großen Nutzergruppen in Indien kostenlos zur Verfügung zu stellen.

OpenAI kommt Wunsch der Kunden nach

OpenAIs Angebot mit dem Namen ChatGPT Go, das bisher ausschließlich in Indien zu haben ist, kostet 399 Rupien im Monat – umgerechnet etwa vier Euro. Es ist damit deutlich billiger als das Abo-Modell, das bisher am günstigsten war: ChatGPT Plus kostet in Indien rund 2000 Rupien und ist für große Teile des Landes, in dem das monatliche Durchschnittseinkommen bei rund 20.000 Rupien liegt, kaum erschwinglich.

OpenAI-Chef Sam Altman: Die „Vibes“ sind auch in Indien „sehr gut“. Foto: Bloomberg

„ChatGPT bezahlbarer zu machen, war ein wichtiger Wunsch unserer Nutzer“, schrieb ChatGPT-Produktchef Nick Turley zum Start des neuen Angebots auf X. Es solle zunächst nur in Indien getestet werden, „bevor wir es auf andere Länder ausweiten“, fügte Turley hinzu. Die Abonnenten der neuen Billigvariante bekommen nach Unternehmensangaben zehnmal höhere Nutzungslimits, als die Gratisversion von ChatGPT bietet.

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OpenAI tritt mit dem neuen Preismodell einem Kernproblem am indischen Markt entgegen. Die ChatGPT-App kam im zweiten Quartal in Indien nach Daten des Marktforschers Sensor Tower, über die das Portal Techcrunch berichtet, auf 47 Millionen Downloads – sorgte in dem gleichen Zeitraum aber nur für neun Millionen Dollar Umsatz. Das entspricht gerade einmal etwa 150.000 ChatGPT-Plus-Abos.

Perplexity kooperiert mit Mobilfunkanbieter

Während OpenAI nun versucht, mehr zahlende Kunden an sich zu binden, konzentrieren sich Konkurrenten darauf, ihre Nutzerzahlen in Indien weiter auszubauen. Google kündigte im Juli an, dass Studenten in Indien den ansonsten kostenpflichtigen Pro-Dienst seines Chatbots Gemini künftig kostenlos erhalten.

Perplexity geht noch weiter: Ebenfalls im Juli startete das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Indiens zweitgrößtem Mobilfunkanbieter, Bharti Airtel. Die 360 Millionen Kunden des Unternehmens können nun Perplexity Pro für ein Jahr kostenlos nutzen. Normalerweise kostet das Produkt 200 Dollar im Jahr.

Ähnliche Vereinbarungen hat das Unternehmen in der Vergangenheit auch mit Mobilfunkunternehmen in anderen Regionen getroffen – aber kein anderes Land bietet das Potenzial, auf einen Schlag Hunderte Millionen Nutzer zu gewinnen.

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Mit 3,7 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ist Indien für Perplexity laut den Sensor-Tower-Daten bereits jetzt der größte Einzelmarkt weltweit. ChatGPT liegt in dem Land mit etwa 20 Millionen aktiven Nutzern aber klar in Führung.

Suche nach Indien-Manager

Perplexity-Chef Aravind Srinivas, der in der südindischen Metropole Chennai geboren wurde, hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, die Aktivitäten in seinem Heimatland auszubauen. Per LinkedIn-Beitrag suchte er nach einem lokalen Manager, um Perplexity in dem Land voranzutreiben.

Von der hohen Zahl der Bewerbungen zeigte er sich später überfordert und stoppte die Einstellungspläne vorerst bis zur Ausarbeitung einer klaren Strategie für das Land. Auch er erwägt wie OpenAI, eine abgespeckte Abo-Version anzubieten: „Wir versuchen ebenfalls, einen günstigeren Tarif für den indischen Markt zu entwickeln“, kündigte er bereits im April an.

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Srinivas setzt sich zudem für eine Stärkung des KI-Ökosystems in Indien insgesamt ein. Das Land verfügt zwar über eine große Zahl an IT-Fachkräften, bei der Entwicklung von KI-Grundlagenmodellen ist dem Land – anders als China mit Deepseek – aber bisher kein Durchbruch gelungen.

Srinivas plädiert für ein stärkeres Engagement in dem Bereich, um Indiens Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Er machte interessierten Gründern dafür auch ein Angebot: Er sei bereit, eine Million Dollar in ein solches Projekt zu investieren – und fünf Stunden pro Woche beratend zur Seite zu stehen.

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