KI: Wie aus Billig-Mikrofonen eine Audio-Ausrüstung für Profis wird
Berlin. Regen- und Straßenlärm dringt durch das geöffnete Fenster, in dem Büro hallt es. Doch als Fabian Seipel einen Kopfhörer an eine mit Klebeband zusammengehaltene weiße Box anschließt und einen Schalter dreht, ist durch diese plötzlich nur noch seine Stimme zu hören – klar und ohne Nebengeräusche. Seipel grinst: In der weißen Box stecke lediglich „ein Ein-Euro-Billigmikro“.
Gemeinsam mit Corvin Jaedicke hat er das Start-up AI-Coustics gegründet. Die Idee dafür kam ihnen während der Coronapandemie, als viele Online-Meetings unter schlechter Tonqualität durch Störgeräusche und ruckelnde Verbindung litten. Die Gründer sind der Meinung: Um dieses Problem zu lösen, braucht es keine besseren Mikrofone, sondern die richtige KI.
Das Handelsblatt hat die europäische KI-Start-up-Szene untersucht und technologisch spannende Unternehmen ausgewählt. AI-Coustics fällt auf, weil es auf eigene Daten und Modelle setzt – ein aufwendiger Weg, der sie technologisch führend gemacht hat. Ihre KI kann inzwischen weit mehr als nur Online-Meetings verbessern.