DiGA: Datenschutz versus Nutzerfreundlichkeit? BSI-Richtlinie verunsichert
München. Hersteller von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) erhielten in den letzten Monaten vermehrt negatives Feedback von ihren Nutzerinnen und Nutzern: „Ich komme mit dem Einloggen nicht zurecht, setzt mich unter Spannung“ oder „Um ehrlich zu sein, nervt mich das so sehr, dass ich die App gar nicht mehr benutzen möchte“, lauteten zum Beispiel Kommentare.
DiGAs sind Apps auf Rezept, deren Kosten die Krankenkassen übernehmen. Ursache für die Unzufriedenheit war in den genannten Beispielfällen wohl die plötzlich notwendige Zwei-Faktor-Authentifizierung in der App. Zumindest lässt sich das aus dem Feedback ableiten, das Hannes Klöpper zusammengefasst hat.
Klöpper ist Geschäftsführer und Mitgründer der Firma Get.On, die Apps von Hello Better entwickelt. Er hat das Feedback aus der DiGA-Branche in einer Liste zusammengefasst; die Liste liegt dem Handelsblatt vor.
BSI-Richtlinie ist seit Januar verpflichtend
Klöpper berichtet auch: Er habe bemerkt, dass Nutzerinnen und Nutzer die Therapie-Kurse häufiger als zuvor abbrachen, nachdem Hello Better die neuen Datenschutzvorgaben in seinen Apps umgesetzt hatte.
Dass die Abbruchquote bei den DiGAs nach Änderung der Datenschutzvorgaben stieg, die Adhärenz also abnahm, hält Klöpper für „geschäftsgefährdend“. Er hat daher die Umsetzung der Vorgaben wieder rückgängig gemacht – was aber nicht alle Hersteller dürfen und auch dauerhaft nicht möglich sein wird.