E-Rezept: App-Monopol der Gematik bleibt
„Der Einlöseprozess soll über die Gematik-App laufen und das soll auch so bleiben.“
Foto: ddp imagesBerlin. Gottfried Ludewig hat den Spekulationen ein Ende bereitet: Das elektronische Rezept (E-Rezept) wird mit dem Smartphone weiterhin lediglich mit der App der Gematik eingelöst werden können.
Diese sei der „sichere Hafen für das E-Rezept“, sagte der Abteilungsleiter für Digitalisierung des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Berlin. Das Ministerium arbeitet derzeit an einer Rechtsverordnung zum E-Rezept.
Das E-Rezept wird seit einer Woche in der Region Berlin-Brandenburg erprobt. Ab 2022 soll es bundesweit verpflichtend sein. Patienten haben zwei Möglichkeiten, mit dem E-Rezept an ihre Arzneimittel zu kommen. Sie können sich das Rezept beim Arzt ausdrucken lassen oder es in die App der Gematik senden lassen.
Die durch das Gesundheitsministerium kontrollierte Gematik hat mit der E-Rezept-App erstmals selbst eine Anwendung für den Endverbraucher entwickelt. Ludewig und sein Ministerium hatten sich erhebliche Kritik eingehandelt, für den App-Weg ein staatliches Monopol geschafft zu haben.
Diverse Branchenvertreter vermuteten, dass das Gematik-Monopol bald schon wieder Geschichte ist und auch die Apotheken oder Krankenkassen die direkte Einlösung des E-Rezepts integrieren dürfen. Der Chef der Versandapotheke Doc Morris, Walter Hess, sagte gegenüber Handelsblatt Inside kürzlich: „Der Gesetzgeber wird den Wunsch der Kunden nach flexiblen Lösungen berücksichtigen. Es kann nicht alles durch einen staatlichen Trichter gehen.“