Fehlende Gesundheitskarten und Pins: Viele Patienten werden E-Rezepte ausdrucken
Der angedachte Königsweg zur Einlösung per App wird erst einmal nur eine Randerscheinung.
Foto: ImagoDüsseldorf. Zum Wächter für das elektronische Rezept (E-Rezept) sollte die Gematik werden. Ab dem 1. Juli wird das E-Rezept in Berlin und Brandenburg erprobt, ab 2022 ist es bundesweit verpflichtend. Auf zwei Wegen werden Patienten es einlösen können: Sie können es sich vom Arzt ausdrucken lassen oder erhalten es in einer App.
Der zweite Weg sollte zum Kern der E-Rezept-Strategie werden. Dabei wurde erstmals die Gematik selbst auserkoren, eine App zu entwickeln. Durch die „neutrale und qualifizierte Anbieterin“ würde die Akzeptanz bei den Patienten erhöht, hieß es im vorigen Jahr in der zugehörigen Gesetzesbegründung.
Ob stationäre oder Online-Apotheke, bei der rein digitalen Einlösung steht immer die App der mehrheitlich in Bundesbesitz befindlichen Gesellschaft am Anfang. Entweder löst der Nutzer sein E-Rezept direkt dort ein oder er leitet es von dort weiter. Doch jetzt zeigt sich: Die Gematik wird ihrer Wächterrolle nicht gerecht.
Das E-Rezept kann nur über die Gematik-App genutzt werden, wenn Versicherte sich mit einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die sich einscannen lässt, und der dazugehörigen Pin anmelden. Doch eine Umfrage von Handelsblatt Inside unter Deutschlands größten Kassen zeigt: Besonders die Pin ist bislang kaum verbreitet.