Essstörung: Start-ups entwickeln digitale Therapie- und Begleitkurse
Die App Eatappie soll Patienten bei der Behandlung einer Essstörung unterstützen.
Foto: EatappieKöln. Die eigene Erfahrung legte den Grundstein für die Gründung: Als sie als Teenagerin selbst an einer Essstörung erkrankt war, erlebte Anne Reisig die Hilflosigkeit ihrer Eltern. Mit ihrem in diesem Jahr gestarteten Onlinekurs „Aidable“ will sie betroffene Angehörige begleiten: „Eltern haben einen großen Einfluss darauf, wie die Genesung verläuft“, sagt sie.
Das zehnwöchige digitale Programm, das vor allem aus Videotraining besteht, richtet sich an Eltern, deren Kinder bereits eine Therapie durchlaufen. „Wir sind kein Therapieersatz, sondern eine Ergänzung in der Nachsorge“, betont Reisig.
Geht man nach den Diagnosezahlen, dürfte die Nachfrage groß sein. Die Krankheit betrifft insbesondere junge Frauen: Fast jeder 50. weibliche Teenager zwischen zwölf und 17 Jahren leidet laut einer Erhebung der Krankenkasse KKH aus diesem Jahr unter Essstörungen – ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.
Häufig werden auf Social-Media-Plattformen verbreitete vermeintliche Schönheitsideale als ein Treiber angesehen. Gleich mehrere Gründerinnen versuchen nun, neue digitale Angebote zu entwickeln, die jüngeren Betroffenen oder deren Angehörigen helfen sollen.