Frankreich: Kommt die Telemedizin-Kabine in die deutsche Apotheke?
Eine Telemedizin-Kabine des französischen Unternehmens Tessan.
Foto: HandelsblattKöln. In französischen Apotheken können Kunden sich schon heute von einem Tele-Arzt beraten lassen. In Deutschland soll das bald auch möglich sein. Das sieht zumindest der Referentenentwurf für das Digitalgesetz in der Fassung vom 15.06.2023 vor. Assistierte Telemedizin soll Versicherten in Apotheken zur Verfügung stehen, heißt es darin.
Tessan, der zweitgrößte französische Anbieter von Telekonsultationen in der Apotheke, plant den Markteintritt in Deutschland, wie Handelsblatt Inside vorab erfuhr. „Wir werden im September in Deutschland und Großbritannien starten“, sagte Jordan Cohen, Geschäftsführer und Gründer von Tessan, zu Handelsblatt Inside. Auch der größte französische Telemedizin-Anbieter Medadom prüft die Expansion in andere europäische Länder. Deutschland sei eines der Länder, die das Start-up im Blick habe, sagte Medadom-Gründer Nathaniel Bern zu Handelsblatt Inside.
Der französische Telecheck in der Apotheke läuft anders ab als die Videosprechstunde in Deutschland. Während man sich hierzulande per App einwählt, findet die Beratung in französischen Apotheken in eigens dafür eingerichteten Telekabinen oder Terminals statt. Medadom hat in Frankreich bereits 4000 solcher Tele-Stationen aufgestellt, Tessan immerhin 800. „Ein Versicherter steckt seine Krankenkassenkarte in das Gerät, beantwortet ein paar Fragen und muss dann fünf bis 15 Minuten warten, bis er an der Reihe ist“, erklärt Louise Durand*, Inhaberin einer französischen Apotheke im Département Moselle nahe der deutschen Grenze.