Interview mit Rowland Illing: „Die Cloud wird immer notwendiger“
Berlin. In der Medizin fallen Unmengen von medizinischen Daten an. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, diese Daten zu analysieren und für Forschung und Gesundheitsversorgung nutzbar zu machen. Aber dafür sind riesige Speicherkapazitäten nötig.
Deshalb seien Cloud-Lösungen im Gesundheitswesen nahezu unverzichtbar geworden. Davon ist Rowland Illing, Chief Medical Officer und Direktor des globalen öffentlichen Sektors für Gesundheitswesen und Non-Profit-Organisationen bei Amazon Web Services (AWS), überzeugt. Denn sie könnten nicht nur große Datenmengen speichern und verarbeiten. Sie seien auch flexibel erweiterbar.
Ein Beispiel sei Genomics England, das mit einer generativen Künstlichen Intelligenz von AWS krankheitsrelevante Gene identifiziert – schneller, als jeder noch so versierte Biokurator das könnte. Biokuratoren sind Fachleute im Bereich der Biowissenschaften, die biologische Daten sammeln, organisieren und pflegen. Diese Arbeit ist elementar für die biologische Forschung und die Biomedizin – denn sie macht Wissenschaftlern große Datenmengen zugänglich.
Zudem könne KI Ärzte bei Verwaltungsaufgaben entlasten und klinische Prozesse verbessern, meint Illing. Kliniken verlagerten ihre Software-Systeme zunehmend in die Cloud, denn sie biete eine höhere Datensicherheit, auch bei Ausfällen oder Cyberangriffen.