Krankenhauszukunftsgesetz: Eine Milliarde Euro für Krankenhaussoftware
Im Jahr 2025 sollen Ärzte und Pfleger ihre Patienteninformationen auf digitalem Weg speichern.
Foto: ImagoSeit Monaten wartet Christian Koch darauf, dass das Softwareunternehmen eine Schnittstelle in das Krankenhausinformationssystem (KIS) einbaut. Aber der Auftrag wird nicht bearbeitet. Dem Softwareunternehmen – ein großer deutscher KIS-Anbieter – mangelt es offenbar an Personal.
Mit dem gleichen Problem haben Koch und seine Kollegen im Bezirkskrankenhaus Landshut selbst zu tun. Koch ist eigentlich für die Kostenplanung zuständig. Um sein kleines IT-Team zu entlasten, hat er sich mit der Antragstellung für Geld aus dem Krankenhauszukunftsfonds befasst. Der Staat gibt im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes nun für elf verschiedene Förderbereiche Geld für Digitalisierungsprojekte aus. Allerdings ist unklar, wer all die Projekte umsetzen soll: „Gefühlt ist niemand darauf vorbereitet“, sagt Koch.
Im Landshuter Bezirkskrankenhaus hat man das meiste Geld für die Fördertatbestände zwei und drei eingeplant: für die Entwicklung eines Patientenportals und die Einführung von Dokumentationssoftware. Die ersten Zahlen aus NRW, Niedersachsen, Bayern und Schleswig-Holstein zeigen: Andere Kliniken planen für diese beiden Fördertatbestände ebenfalls, am meisten Geld auszugeben.