Krebstherapie: Mitbestimmung von Patienten
Köln.
Das Konzept „Shared Decision Making“, zur Mitbestimmung von Patienten, gilt als vielversprechend.
Foto: IMAGO/Zoonar IIDie Diagnose Krebs wirft bei den Betroffenen viele Fragen auf. Traudl Baumgartner ging es nicht anders. Ihr war es wichtig, bei ihrer Brustkrebserkrankung jeden Behandlungsschritt mitzubestimmen, berichtet sie dem Handelsblatt. Brustaufbau mit Eigengewebe - ja oder nein? Chemotherapie - ja oder nein? „Manche Entscheidungen waren richtig, bei anderen ging etwas schief“, sagt sie. Aber weil sie selbst auf dem Fahrersitz ihrer Therapie saß, konnte sie auch negative Folgen der Operation akzeptieren.
„Shared Decision Making“ (SDM) heißt das wissenschaftliche Konzept, mit dem Patienten in die Behandlung einbezogen werden. Es war ein Schwerpunkt des am Samstag zu Ende gegangenen Deutschen Krebskongresses und wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GB-A) für Krankenhauspatienten empfohlen. Mit Onlinelerninhalten werden nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern auch Ärztinnen und Ärzte geschult. Das Ziel: bessere Behandlungsergebnisse. Doch bringt es wirklich etwas, wenn Patienten mitreden?
In einem Bericht hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im vergangenen Jahr 250 Studien ausgewertet. Sie kommt zu dem Schluss: Für die wichtigen Endpunkte „Gesundheitszustand“ und „Lebensqualität“ gibt es keine Vorteile durch den Einsatz von Entscheidungshilfen oder anderen SDM-Maßnahmen. Der Bericht ist noch vorläufig und kann kommentiert werden. Eine Reihe von Stellungnahmen sei eingegangen und werde derzeit ausgewertet, teilte das IQWiG auf Anfrage mit.