Nikolay Kolev: Technik allein ist keine Lösung
Berlin. Seit 2022 leitet Nikolay Kolev die Geschäfte von Doctolib in Deutschland. Der studierte Betriebswirt bringt Erfahrungen aus der Unternehmensberatung und der Tech-Branche mit – unter anderem als Partner bei Deloitte sowie als Geschäftsführer in der DACH-Region von Wework, einem globalen Anbieter flexibler Büro- und Arbeitsräume. Bei Doctolib will er die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben.
Herr Kolev, welches digitale Gesundheitstool nutzen Sie am häufigsten?
Wer hätte es gedacht: Doctolib! Auch privat nutze ich unsere Patienten-App für Gesundheitserinnerungen und Arzttermine – für mich und unsere Kinder. Ich achte zunehmend auf meine Ernährung und halte mich gern fit mit Joggen, Tennis, Radfahren. Dazu gehört auch regelmäßige Vorsorge.
Welcher Digital-Health-Trend wird Ihrer Meinung nach überschätzt?
Die Vorstellung, dass Technik sofort alle Probleme löst. Manche Wearables messen perfekt, dass Sie schlecht schlafen – aber oft ohne Handlungsempfehlungen. Technologie muss wirklich Nutzen haben.
Welche drei Worte fallen Ihnen ein, wenn Sie an den Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen denken?
Prävention. Entbürokratisierung. Entlastung. Das heißt: Wir müssen wegkommen von einem System, das Krankheiten behandelt, hin zu einem, das Prävention belohnt. Wir müssen die Verwaltungslast reduzieren, Ärzte verbringen oft drei Stunden täglich mit Papierkram! Und wir müssen das Vertrauen in digitale Lösungen stärken – durch echten Nutzen.