Start-up Ebenbuild: Mit dem digitalen Lungen-Abbild die Therapie besser steuern
Berlin. „Aus mathematischer Sicht ist eine Lunge nichts anderes als eine Maschine“, sagt Jonas Biehler. Der Maschinenbauingenieur hat 2019 zusammen mit Wolfgang Wall, Karl-Robert Wichmann und Kei Müller das Healthtech-Start-up Ebenbuild aus der Technischen Universität München (TUM) ausgegründet. Das Unternehmen entwickelt digitale Lungenzwillinge.
Digitale Zwillinge – das klingt zunächst nach Science-Fiction. In vielen Branchen gehören sie aber längst zum Alltag. Gemeint sind virtuelle Abbilder realer Objekte oder Abläufe: Sie helfen dabei, Autos am Computer zu testen oder Windräder aus der Ferne zu überwachen.
Auch in der Medizin arbeiten mehrere Projekte daran, digitale Zwillinge des Körpders oder des Gehirns zu entwickeln. So der EU-weite „Virtual Physiological Human“ oder die Ebrains Health Data Cloud – eine Initiative aus dem Human Brain Project.
Ebenbuild hat kürzlich einen Meilenstein erreicht: eine Publikation im renommierten Fachjournal „Nature Communications“. In der Veröffentlichung weist das Start-up zusammen mit einem internationalen Forscherteam nach, dass ihr Lungenzwilling „Twinhale“ simulieren kann, wie tief eingeatmete Wirkstoffe in die Lunge eindringen und wo sie sich ablagern.